Angelika Kauffmann-Ausstellung in Bregenz

13. Juni 2007, 14:49
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Vorarlberger Landesmuseum würdigt zum 200. Todestag der Malerin ein, so Goethe, "Weib von ungeheurem Talent"

Bregenz - Anlässlich des 200. Todestages der Malerin Angelika Kauffmann widmet das Vorarlberger Landesmuseum der Künstlerin eine Großausstellung. Die Schau "Angelika Kauffmann. Ein Weib von ungeheurem Talent" (14. Juni bis 5. November 2007) wird an zwei Orten stattfinden, in Bregenz im Vorarlberger Landesmuseum (VLM) und in Schwarzenberg im Bregenzerwald, wo die Wurzeln der Künstlerin lagen. Neben den Kauffmann-Gemälden in VLM-Besitz werden internationale Leihgaben und Werke aus Privatsammlungen zu sehen sein.

Die von VLM-Direktor Tobias Natter kuratierte Schau wird bis zum 5. November, dem Todestag von Angelika Kauffmann, geöffnet sein. Sie ist das Herzstück des Angelika Kauffmann-Jahres 2007, von dem sich Vorarlberg auch touristische Impulse erhofft. In der Ausstellung soll das umfangreiche Werk der Malerin mit ihren Lebensstationen und ihrer künstlerischen Entwicklung sowie der Zeit, in der sie lebte, in Bezug gesetzt werden.

Geburtsphasen des Klassizismus

Für Natter ist die Namensgebung der Ausstellung "Ein Weib von ungeheurem Talent" - ein Goethe-Zitat - ein zentraler Punkt, an dem Kunst und Biografie der Malerin zusammenlaufen. Goethe, der mit Kauffmann befreundet war, lobte die Künstlerin damit zwar, aber Kauffmann galt als Talent - das Genie war den Männern vorbehalten. "Dagegen kämpfte Angelika Kauffmann an", erklärte Natter. Der Direktor will mit der Ausstellung einen "frischen Blick auf jene Frau werfen, die man meist nur als alte Meisterin wahrnimmt". Für die Ausstellung im VLM entstanden Kosten von 180.000 Euro, für den Neubau des Angelika Kauffmann-Museums in Schwarzenberg wurden 800.000 Euro investiert.

Das VLM rühmt sich, die umfangreichste Angelika Kauffmann-Sammlung weltweit zu besitzen. Schon früh gelangten wichtige Werke der Malerin in Vorarlberger Besitz, was einerseits mit ihrem testamentarischen Nachlass und andererseits mit ihrer zeitlebens gepflegten Beziehung zu ihrer Vorarlberger Verwandtschaft zu tun hat. Die 1741 geborene Malerin, die Herder als die "vielleicht kultivierteste Frau Europas" bezeichnete, galt als eine der reichsten bürgerlichen Frauen ihrer Zeit, ihr Haus in Rom war Treffpunkt internationaler Künstler und Schriftsteller.

"Wir wollten eine Kunstausstellung auf höchstem Niveau", so Direktor Natter auf einer Pressekonferenz am Mittwoch, "wir wollten aber auch eine kulturhistorische Annäherung". Der Vorarlberger Landesstatthalter und Kultur-Landesrat Markus Wallner (V) zeigte sich erfreut über das umfangreiche Vermittlungsprogramm: "Die Vermittlungsarbeit soll im Mittelpunkt stehen, das ist das Herzstück aus meiner Sicht".(APA)

  • Angelika Kauffmanns "Selbstbildnis mit Büste der Minerva" von 
1780 (Ausschnitt)
    foto: vlm/bündner kunstmuseum chur

    Angelika Kauffmanns "Selbstbildnis mit Büste der Minerva" von 1780 (Ausschnitt)

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