Prozess gegen vier Großbanken wegen Parmalat-Pleite

2. Juli 2007, 14:33
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Ein Mailänder Untersuchungsrichter hat die Eröffnung eines Prozesses gegen vier große internationale Banken beschlossen

Rom - Ein Mailänder Untersuchungsrichter hat am Mittwoch die Eröffnung eines Prozesses gegen vier große internationale Banken wegen der Pleite des italienischen Nahrungsmittelkonzerns Parmalat im Dezember 2003 beschlossen. Vor Gericht werden sich Citigroup, UBS, Deutsche Bank und Morgan Stanley verantworten müssen. Der Prozess beginnt am 22. Jänner 2008 in Mailand.

Die Banken werden beschuldigt, Anleihen von Parmalat emittiert zu haben, obwohl sie bestens über die finanzielle Misere des Nahrungsmittelkonzerns von Parma informiert waren. Hunderte von geprellten Anlegern forderten, als Zivilkläger am Verfahren teilnehmen zu können.

Parmalat-Geschäftsführer Enrico Bondi, der den Konzern einem Sanierungsprozess unterzogen hat, macht die Banken für den Zusammenbruch des Milchproduzenten mitverantwortlich. Dabei geht es unter anderem darum, dass die Institute teilweise bis kurz vor dem Zusammenbruch für Parmalat Anleihetransaktionen getätigt haben.

Parmalat war unter einem erdrückenden Schuldenberg zusammengebrochen, nachdem die Konzernführung um den Gründer Calisto Tanzi jahrelang Bilanzen gefälscht hatte. Der Prozess gegen Tanzi und weitere Manager ist seit einem Jahr in Mailand im Gange. (APA)

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