Bluetooth schluckt Nokias Funktechnik Wibree

22. Juni 2007, 10:08
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Stromsparende Funkchips sollen Handy via Armbanduhr steuern - Nokia bringt Wibree in die Bluetooth SIG ein

Der finnische Telekommunikationsspezialist Nokia hat bekannt gegeben, dass er seine Drahtlostechnologie Wibree in die Bluetooth Special Interest Group (SIG) einbringt. Die Wibree-Komponenten beanspruchen wenig Platz und sollen in Kleinstgeräten eingesetzt werden, wo die Chips mit sehr wenig Energie auskommen müssen. Die Bluetooth SIG wird die Technologie nun als "Ultra Low Power (ULP) Bluetooth" umsetzen. Der Name Wibree wird laut Mike Foley, Executive Director der Bluetooth SIG, verschwinden, die Technologie Teil der Bluetooth-Spezifikation werden.

Alternative

Nokia hatte Wibree erst im Oktober als Bluetooth-Alternative vorgestellt. "Unser Anspruch war es, eine Technologie zu designen, die als Erweiterung von Bluetooth umgesetzt werden kann. Wibree lässt sich problemlos in bestehende Bluetooth-Lösungen integrieren und nutzt dieselbe Antenne. Wir sehen die Zusammenführung der Technologien als perfekte Ergänzung, die beiden passen gut zusammen", erläutert Harri Tulimaa, Head of Technology Out-Licensing bei Nokia.

Noch eine

Die Bluetooth SIG hat nun durch die Integration von Wibree eine weitere Funkvariante unter ihr Dach geholt. "Durch die Integration von Technologien wie Ultra Wide Band (UWB) für High-Speed-Übertragungen, Near Field Communication (NFC) für die einfache Paarung von Geräten oder nun Wibree für energiesparende Anwendungen in die bereits weit verbreiteten Bluetooth-Profile erschließen sich neue Anwendungen und Funktionen", freut sich Foley. Dabei bleibe die Funktionsweise und Bedienung der Geräte durch den User dieselbe, meint Foley.

PAN

Eingesetzt soll der Neuzugang bei Bluetooth vor allem in Personal Area Networks (PAN) werden und dort Kleinstgeräte im Umkreis von zwei Metern um den Menschen miteinander vernetzen. Die Entwickler haben Wibree dafür ausgelegt, dass die Funkmodule nur einen Bruchteil der Energie benötigen, die klassische Bluetooth-Chips aufnehmen. Im besten Fall sollen Wibree-Geräte mehr als ein Jahr ohne Aufladung des Energiespeichers auskommen, was beispielsweise die Integration in Armbanduhren sinnvoll macht. "Damit ist es denkbar, Geräte wie Mobiltelefone oder MP3-Player über die Uhr am Handgelenk zu steuern. Allerdings wird es noch eine Reihe weiterer Bereiche geben, wo die Integration von Wibree sinnvoll ist", erläutert Foley und nennt als Beispiele medizinische Geräte, Spielzeuge oder auch Sport- und Wellness-Accessoires. Für kleine Geräte wie Armbanduhren und Sportartikel ist ein Wibree-Einzelchip vorgesehen, Bluetooth-fähige Geräte sollen hingegen mit einer Dual-Lösung ausgestattet werden.

Gemeinsam

Mit der Zusammenlegung geht das "Wibree Forum", unter dessen Dach die Entwicklung bisher vorangetrieben wurde, in der Bluetooth SIG auf. Dessen Mitglieder wie Broadcom, Casio, Epson, Logitech, Nordic Semiconductor, ST Microelectronics, Suunto, und Texas Instruments sind zum Teil schon Mitglieder der Bluetooth SIG. Die Finalisierung der Wibree-Spezifikation war ursprünglich für das zweite Quartal 2007 ausgelegt. Laut Tulimaa sind die ersten massenproduzierten Wibree-Chips ein Jahr darauf zu erwarten. (pte)

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    bluetooth.com
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