Mund verklebt: Tod bei der Abschiebung

8. Juli 2007, 14:34
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"Fall Omofuma" in Spanien: 23-jähriger Nigerianer starb während seiner Abschiebung nach Lagos

Madrid - Auch Spanien hat nun offenbar einen "Fall Omofuma". Der 23-jährige Nigerianer Osamuyia Aikpitanhi überlebte seine Abschiebung nicht. Am Samstag wurde er von vier spanischen Polizeibeamten an Bord einer Linienmaschine von Madrid nach Lagos gebracht. Der Flüchtling, der vier Jahre in Spanien ohne Papiere gelebt hatte und den in Nigeria ein Verfahren wegen Vergewaltigung und Mord erwartet, wurde an Händen und Füßen gefesselt. Ein Lumpen wurde in seinen Mund gesteckt, die Lippen mit einem Klebeband abgedeckt.

Passagiere protestierten

Aikpitanhi hatte bereits zweimal zuvor erfolgreich gegen eine Abschiebung Widerstand geleistet. Auch dieses Mal sei er extrem gewalttätig gewesen, rechtfertigten sich die Polizisten. Flugpassagiere protestierten gegen das Geschehen und erzwangen eine Zwischenlandung in Alicante.

Aikpitanhi sei an einem Herzkreislaufversagen gestorben, lautet das Oduktionsergebnis. Polizeigewerkschafter mutmaßen in einer Erklärung, vermutlich habe er sich selbst umbringen wollen. (rw, DER STANDARD Printausgabe, 13.6.2007)

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