XXXLutz kauft den Mitbewerber Hiendl

1. Juli 2007, 17:16
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Möbelkonzern wächst um 200 Mio. Euro

Wien – Möbel Lutz dreht am Übernahmekarussell. Der Einrichtungskonzern übernimmt den bayerischen Mitbewerber Hiendl und holt sich damit auf einen Streich sechs große Möbelhäuser. Hiendl zählt in seiner Branche zu den drei größten bayerischen Unternehmen und ist seit über 80 Jahren am Markt. 1400 Mitarbeiter setzen 200 Mio. Euro um. Der Unfalltod des Firmeninhabers Klaus Hiendl veranlasste dessen Familie zum Verkauf. "Keiner wird spüren, dass wir an Bord sind", sagt Lutz-Sprecher Thomas Saliger dem STANDARD.

Das Unternehmen sei profitabel. Die Marke bleibe bestehen. Lutz werde auch am Management und Personalstand nicht rütteln. Ob Lutz heuer erneut zukauft, lässt Saliger offen. Das könne sehr schnell gehen, bei Hiendl habe es nur wenige Wochen gebraucht.

XXXLutz hat in den vergangenen Jahren in Deutschland Bierstorfer, Mann Mobilia und Neubert unter sein Dach geholt. Vor Kurzem stiegen die Österreicher in Osteuropa ein: Lutz sicherte sich die tschechische EM-Gruppe mit vier Standorten, 45 Mio. Euro Umsatz und 300 Mitarbeitern. Sie soll unter der Federführung von Ewald Repnik Basis für neue Expansion sein. 2008 seien unter dem Label Möbelix erste Projekte auf der grünen Wiese geplant, sagt Repnik. In zwei bis drei Jahren werde EM auf Möbelix umfirmiert.

In Deutschland hält Lutz nach Zukäufen an den eingesessenen Marken fest, sagt Saliger. „Es könnte aber künftig eine gemeinsame Dachmarke geben.“ Lutz führt mit 17.400 Mitarbeitern 198 Filialen und setzt 2,5 Mrd. Euro um, mehr als die Hälfte davon in Deutschland. (vk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.06.2007)

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