Internet-Telefonie ist nicht unbedingt billig

31. Juli 2007, 11:04
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Die AK Konsumentenschützer haben die Angebote von 13 Internet-Telefon-Anbietern untersucht und die Kosten unter die Lupe genommen

Wien - Die AK Konsumentenschützer haben die Angebote von 13 Internet-Telefon-Anbietern im Juni untersucht und die Kosten für eine Telefonstunde mit jener des Festnetzes verglichen. Demnach halten sich beim Web-Telefonieren die Vor- und Nachteile die Waage. Service- und Mehrwertnummern sind über das Web selten anwählbar, es gibt großteils ungünstige einminütige Verrechnungstakte, oft unübersichtliche Vorauszahlungen und manchmal auch Guthabensverfall nach einiger Zeit. Netzintern wird kostenlos geplaudert. Im Vergleich zum Festnetz sind Internetgespräche ins österreichische Festnetz zur Geschäftszeit und Auslandsanrufe durchschnittlich billiger.

Gespräche von einem PC zum anderen, von einem PC ins Fest- oder Handynetz oder auch ganz ohne PC von einem Telefonapparat zum anderen sind bei den Internet-Telefon-Anbietern, kurz VoIP (Voice over Internet Protocol), kein Problem. Die AK hat im Juni 13 Telefon-Internet-Anbieter untersucht: Bestphone, Fairytel, Inode, Jajah, Multikom, Nikotel, Sipcall, Sipgate, Skype.com, Talk2U, VoipBuster, Yahoo! Messenger und Yesss.

Um zu telefonieren, hat man einen Code ähnlich einer E-Mail-Adresse. Acht der Anbieter bieten auch eine Festnetznummer - Vorwahlbereich 0720, 0780. Fünf ermöglichen sogar die Mitnahme der bisherigen Festnetznummer. Vorteil dabei: Anrufer können den Teilnehmer über diese Nummern vom Mobil- oder Festnetz überall erreichen, auch im Ausland. Jedoch werden teilweise sehr hohe Entgelte verrechnet.

Guthaben kaufen

Bei sieben Anbietern muss das Guthaben mit der Kreditkarte oder Onlinediensten wie Paypal vorab gekauft werden. Bei einigen verfällt das Guthaben, wenn der Dienst länger nicht aktiv genutzt wurde. Vier verrechnen monatliche Grundentgelte - bis zu 9,90 Euro.

Zehn Anbieter nutzen das standardisierte SIP-Protokoll (Secession Initiation Protocol). Dadurch haben KonsumentInnen eine breitere Auswahl an passenden Telefonen - alte Apparate sind sogar mit speziellen SIP-Adaptern weiterhin nutzbar. Mit SIP klingelt es auch dann, wenn der PC ausgeschaltet ist. "Konsumenten sparen Energiekosten", erklärte AK-Konsumentenschützer Harald Glatz in einer Aussendung am Dienstag. "Wer hingegen 24 Stunden erreichbar sein will und auf ein Headset und PC setzt, muss den PC immer eingeschaltet lassen."

Verbrauchte Datenvolumen

"Internetgespräche verbrauchen Datenvolumen, für eine Gesprächsstunde rund 70 MB", sagte Glatz. Schwankende Verbindungsqualität bei Breitbandanschlüssen kann auch schwankende Gesprächsqualität bedeuten. Notruf- und 8x- oder 9x-Mehrwert- und Ser-vicenummern können oft nicht benutzt werden. Nachteile gibt es auch bei der Gesprächsdauer-Abrechnung: Neun Anbieter rechnen im Minutentakt ab. Kurze Gespräche können so schnell auch mehr als ein vergleichbares Telefonat über das Festnetz kosten. Nur Multikom bietet eine sekundengenaue Abrechnung.

Allerdings erspart man sich mit Internet-Telefonie im Vergleich zum Festnetz nicht immer Geld. Der Test der Arbeiterkammer zeigte: Neben kostenlosen netzinternen Gesprächen sind Internet-Telefonate nur in der Geschäftszeit ins österreichische Festnetz und ins Ausland viel billiger. Bei Freizeit- und Handygesprächen hingegen lohnt es sich vom Internet aus kaum.

Geld sparen lässt sich hauptsächlich bei Gesprächen ins österreichische Festnetz zur Geschäftszeit, also tagsüber. Während eine Festnetz-Gesprächsstunde im AK-Test mit durchschnittlich 2,98 Euro zu Buche schlägt, kostet dieselbe Stunde mit VoIP durchschnittlich 1,51 Euro. Beim günstigsten VoIP-Anbieter betragen die Kosten pro Stunde 60 Cent, das billigste Festnetzangebot gibt es um 2,16 Euro. Interessant ist Internet-Telefonieren bei Auslandsgesprächen. Im Vergleich zum Festnetz-Anschluss können hier teilweise die Hälfte der Kosten eingespart werden. (APA)

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