Neues Haus für die Opec

1. Juli 2007, 18:17
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Der Umzug der Zentrale vom Donaukanal in die Wipplingerstraße Ende 2008 dürfte fix sein, ein Mietvertrag ist bereits unterschriftsreif

Der Mietvertrag der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) in ihrem jetzigen Hauptquartier am Wiener Donaukanal endet im nächsten Jahr. Im März wurde bekannt, dass die Opec auf ein repräsentatives Gebäude im 1. Bezirk besteht, ein Abzug der Organisation aus Wien schien möglich.

"Grundsätzlich einig"

Nun wurde laut einem Bericht der "Wiener Zeitung" im Haus Wipplingerstraße 33, direkt neben dem Börsegebäude, ein neues Quartier für die Opec-Zentrale gefunden. Ein unterschriftsreifer Mietvertrag liege bereit vor, bestätigte ein Sprecher von Außenministerin Ursula Plassnik (ÖVP) gegenüber der Zeitung. "Dieser wird gerade vom Finanzministerium, der Stadt Wien und dem Außenministerium geprüft. Wir sind zuversichtlich, dass sehr bald eine Lösung für einen neuen Amtssitz der Opec gefunden wird."

"Wir sind uns mit der Opec grundsätzlich einig geworden. Jetzt liegt der Ball beim Außenministerium - ich erwarte bald eine Entscheidung", erklärte auch Anton Bondi de Antoni, Berater des Gebäudeeigentümers "Pramerica". Damit scheint der drohende Opec-Abzug abgewendet, der nicht nur einen hohen Prestige-, sondern auch einen wirtschaftlichen Verlust für die Bundeshauptstadt bedeutet hätte. Bis wann die endgültige Entscheidung getroffen werden soll, ließ der Plassnik-Sprecher offen.

Verdoppelung der Kosten

Geprüft werde jedenfalls auch, ob die bisherige Kostenteilung für das Gebäude durch Republik und Stadt Wien beibehalten werde. Denn schon jetzt ist klar, dass die neue Zentrale mit einer Nutzfläche von 8.000 bis 9.000 Quadratmeter deutlich teurer kommt als jene am Donaukanal: Bei einem Quadratmeterpreis von rund 20 Euro würde die Jahresmiete mehr als zwei Millionen Euro betragen. Bei der derzeit kolportierten Jahresmiete von etwas mehr als einer Million Euro käme dies nahezu einer Verdoppelung gleich.

Auch sicherheitstechnisch muss das Gebäude noch auf Herz und Nieren geprüft werden - schließlich gelten nicht zuletzt wegen des 1975 stattgefundenen Überfalls auf den Opec-Sitz am Dr.-Karl-Lueger-Ring erhöhte Sicherheitsauflagen: "Das wird natürlich extra von der Staatspolizei untersucht", so Bondi.

Zugute kommt dem Projekt, dass der "Pramerica"-Fonds durch den 48 Mio. Euro teuren Ankauf der früheren ÖGB-Zentrale nun den ganzen Häuserblock besitzt und damit leichter effiziente Überwachungssysteme installieren kann. Bondi rechnet damit, dass der Opec-Umzug Ende 2008 beziehungsweise Anfang 2009 - nachdem das Gebäude großflächig umgebaut wurde – über die Bühne gehen kann.

Das Opec-Hauptquartier befindet sich bereits seit 1965 in Wien. (APA/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das Haus Wipplingerstraße Nr. 33, wahrscheinlich bald die Adresse der Opec.

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