Private Equity vor Korrektur

2. Juli 2007, 15:56
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CVC sieht aber keine Blase

Frankfurt - Finanzinvestoren sind derzeit auf Einkaufstour. Fast täglich ist zu hören, dass der Einstieg bei Unternehmen geprüft werde. Die Renditen, die mit solch einem Investment verdient werden können, sind verlockend, in die Beteiligungsfonds fließt dementsprechend viel Geld. Der britische Finanzinvestor CVC, einer der größten Beteiligungsfonds, der auch für den Edelstahlhersteller Böhler-Uddeholm bieten wollte, geht aber davon aus, dass der momentane Boom bei Private Equity bald ein Ende finden wird. "Ich sehe keine Blase", sagte CVC-Deutschland-Chef Steve Koltes der Süddeutschen Zeitung (Montagausgabe). "Aber es wird zu einer Korrektur kommen." Auf die Unternehmen in den Portfolios der Finanzinvestoren werde dies aber kaum Einfluss haben. Im Falle finanzieller Schieflagen würden die jeweiligen Kredite von den Gläubigern mit einem Abschlag an Investoren weiterverkauft.

Preise steigen stark an Vor dem Hintergrund anhaltender Milliardenzuflüsse in Private-Equity-Fonds steigen Koltes zufolge nach wie vor die Preise für Übernahmekandidaten. "Der Markt ist im Moment sehr heiß, die Amerikaner bieten sehr aggressiv", sagte der CVC-Manager. "Wir haben Auktionen verloren, weil wir beim Preis nicht mitziehen wollten." Die Übernahme eines Dax-Konzern hält Koltes zumindest auf kurze Sicht für unwahrscheinlich: "Es ist in Deutschland sehr schwierig, eine große börsennotierte Gesellschaft zu kaufen." Die wirtschaftliche Bedeutung von Private Equity sei jedoch gestiegen, "daher hat auch die politische Sensibilität zugenommen". (Reuters, bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.06.2007)

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