"Strukturen ändern"

6. Juli 2007, 16:21
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Wifo-Experte Leo bemängelt Ausbildung

Wien – Österreich habe in Sachen Forschung und Entwicklung (F&E) in den vergangenen Jahre kräftig aufgeholt, Defizite im stark wissensbasierten Bereich bestehen nach Ansicht des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) aber weiter. „Wenn Österreich da wirklich weiterkommen will, müssen die Strukturen geändert werden“, sagte der Technologieexperte des Wifo, Hannes Leo, dem STANDARD.

Leo wies auf die zunehmend dramatisch werdende Situation im Bereich der naturwissenschaftlich und technisch ausgerichteten Fächer hin. "Ohne Gegensteuerung haben wir ab 2010 ein Defizit von 1000 Uniabsolventen in diesem Bereich, und zwar jährlich", sagte der Wifo-Experte. Neben dem Bildungssystem sei in Österreich auch die Qualität der Universitäten und der Forschungsstätten ein Problem. "Es gibt zwar einige Spitzenleistungen in diesen Einrichtungen, insgesamt aber ist die Performance aber nur durchschnittlich", sagte Leo. Dabei seien gerade Unis wichtige Katalysatoren. Durch hochstehende Leistungen würden High-tech-Unternehmen ermutigt, sich in Österreich anzusiedeln, was positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt habe. Andererseits würden entsprechend gut ausgebildete Absolventen auch in zunehmend wichtiger werdenden Bereichen wie den unternehmensnahen Dienstleistungen reüssieren können. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.06.2007)

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