Slowenischer Bankensektor 2006 mit 45 Prozent mehr Gewinn

2. Juli 2007, 14:33
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Ausländische Banken erhöhten ihren Marktanteil auf 29,5 Prozent

Laibach - Der slowenische Bankensektor hat 2006 insgesamt einen Gewinn nach Steuern von 302,8 Mio. Euro ausgewiesen, um 44,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dazu hat auch die Umstellung auf die internationale Buchführungsstandards entscheidend beigetragen, wie aus dem Jahresbericht 2006 der Slowenischen Zentralbank hervorgeht. Die gesamte Bilanzsumme der 22 in Slowenien tätigen heimischen und ausländischen Banken sei nominell um 15,1 Prozent auf 33,7 Mrd. Euro gestiegen.

Das überdurchschnittliche Wachstum der ausländischen Banken hat sich auch 2006 fortgesetzt. Die Bilanzsumme jener Banken, die sich mehrheitlich in österreichischem Eigentum befinden, ist im vergangenen Jahr um 50,7 Prozent gewachsen. Die ausländische Banken haben 2006 ihren Marktanteil in Slowenien von 22,6 (2005) auf 29,5 Prozent gesteigert, vor allem auf Kosten der slowenischen Bankengruppe Nova Ljubljanska banka. Neben den ausländischen sind auch die kleinen heimischen Banken überdurchschnittlich gewachsen.

Von den österreichischen Banken hat die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) den größten Marktanteil in Slowenien. Die zur italienischen UniCredit-Gruppe gehörende BA-CA erhöhte ihre Bilanzsumme um 16,2 Prozent auf knapp 2,19 Mrd. Euro und damit auch ihren Marktanteil von 6,4 auf 6,5 Prozent.

Österreich-Töchter in Slowenien

Gut abgeschnitten haben auch die slowenische Tochter der Kärntner Sparkasse, die im vergangenen Oktober zu einer eigenständigen Bank wurde, und die slowenische Hypo Alpe-Adria-Bank. Die Hypo Alpe-Adria-Bank - die vor kurzem mehrheitlich von der Bayerischen Landesbank (BayernLB) übernommen wurde - steigerte 2006 ihren Marktanteil in Slowenien von 2,9 auf 3,4 Prozent, die Bilanzsumme stieg nominell um 33,6 Prozent auf 1,13 Mrd. Euro. Der Marktanteil der Kärntner Sparkasse erhöhte sich von 1,6 auf 2,1 Prozent, die Bilanzsumme um 55 Prozent auf 718,5 Mio. Euro.

Auch die Bilanzsumme der zur Volksbank International gehörenden Volksbank - Ljudska banka wuchs schneller als der gesamte Bankensektor. Die Bilanzsumme vergrößerte sich um 17,3 Prozent auf 484,8 Mio. Euro. Der Marktanteil blieb jedoch mit 1,4 Prozent unverändert geblieben. Die Raiffeisen Krekova banka, die zu Raiffeisen International gehört, hat hingegen beim Marktanteil von 3,1 auf 2,8 Prozent eingebüßt. Die BAWAG konnte hingegen ihren Marktanteil von 0,4 auf 1,1 Prozent steigern.

In Slowenien waren nach Angaben der Zentralbank 2006 acht ausländische Banktöchter und zwei Filialen tätig, fünf Banken waren zu 100 Prozent in heimischem Besitz und sieben waren mehrheitlich slowenische Unternehmen. Der Eigentumsanteil von Ausländern an den Banken in Slowenien ist im vergangenen Jahr von 34,9 auf 37,7 Prozent gestiegen - was im Vergleich zu anderen mittel- und osteuropäischen Ländern relativ wenig ist. (APA)

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