Top-Physikerin österreichischer Herkunft bewirbt sich um CERN-Chefposten

Redaktion, 11. Juni 2007 14:08
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Felicitas Pauss wurde nach einer hier wenig beachteten Karriere von Österreich und der Schweiz gemeinsam nominiert

Genf - Die aus Österreich stammende Top-Physikerin Felicitas Pauss von der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) Zürich bewirbt sich um den Posten der Generaldirektorin des Europäischen Forschungszentrums CERN bei Genf (Schweiz). Auf Grund ihrer hervorragenden wissenschaftlichen Leistung und ihrer bemerkenswerten Karriere wurde Felicitas Pauss von Österreich und der Schweiz gemeinsam für den Job nominiert, erklärte Wissenschaftsminister Johannes Hahn am Montag bei einem Besuch im CERN.

Die Entscheidung über die Nachfolge des derzeit amtierenden Generaldirektors, Robert Aymar (Frankreich), ab Anfang 2009 wird im CERN-Council gefällt, in dem je ein Vertreter aller derzeit 20 Mitgliedsländer mit jeweils einer Stimme sitzt. Im September wird eine Short-List aus den BewerberInnen erstellt, die Entscheidung soll im Dezember fallen.

Hahn sieht "gute Chancen"

Für Hahn verbindet Felicitas Pauss, die bereits jahrzehntelang am CERN gearbeitet hat und auch an der ETH Zürich in führender Position tätig war, "auf idealtypische Weise wissenschaftliche Kompetenz und Erfahrung im Wissenschaftsmanagement". Ihre Chancen auf die Position stünden gut, "was wir bisher an Bewerbungen gehört haben, macht mich nicht nervös", sagte der Minister, der in der Wissenschafterin auch eine "Botschafterin der Grundlagenforschung" sieht.

LHC - der neue Teilchenbeschleuniger

Sollte Pauss das Rennen machen, würde ihre fünfjährige Amtszeit in eine wissenschaftlich aufregende Zeit fallen. Am CERN soll - nach diversen Rückschlägen um einige Monate verzögert - im Frühjahr 2008 ein neuer Teilchenbeschleuniger in Betrieb gehen. Der LHC (Large Hadron Collider) wird von den Verantwortlichen als "ehrgeizigstes Wissenschaftsprojekt aller Zeiten" beschrieben. Der milliardenteure Beschleuniger wurde in einen bereits bestehenden kreisförmigen Tunnel von 27 Kilometern Länge eingebaut.

In der Röhre werden Protonen nahezu auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und zur Kollision gebracht. Dabei entstehen derart hohe, bisher nie erreichte Energien, dass sich die Elementarteilchen in ihre Bestandteile zerlegen und Bedingungen vorherrschen, wie es sie nur wenige Momente nach dem Urknall gegeben hat. Die Wissenschafter erhoffen sich dadurch ein noch tieferes Verständnis über den Aufbau der Materie und Antworten auf die Fragen nach dem Ursprung der Masse und dem Wesen der dunklen Materie im Universum.

Das Forschungszentrum CERN

Das 1954 gegründete CERN ist das weltweit größte Forschungszentrum für Teilchenphysik. Derzeit tragen 20 europäische Mitgliedstaaten diese Forschungseinrichtung, Österreich ist seit 1959 dabei. Im Zentrum direkt sind rund 2.500 Menschen beschäftigt, dazu kommen noch 6.500 Gastwissenschafter, die Hälfte aller Teilchenphysiker der Welt, ans CERN, um hier zu forschen. Das Forschungszentrum verfügt über ein Jahresbudget von rund 700 Mio. Euro.

Entsprechend seiner Wirtschaftsleistung bezahlt Österreich davon einen Anteil von 2,17 Prozent, das sind 14 Mio. Euro jährlich. Zusätzlich hat Österreich seit 1995 für den LHC-Bau 38 Mio. Euro bezahlt. Rund 60 Österreicher arbeiten permanent am CERN, dazu kommen weitere 50 österreichische Wissenschafter, die von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Uni Innsbruck an das CERN entsandt sind. Zudem offeriert das Wissenschaftsministerium "CERN-High-Tech-Stipendien", um das vielfältige Know-how am CERN für die Ausbildung zu nutzen.

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Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 76
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V8 rulez
19.06.2007 05:41
boah teilchenbeschleuniger

wenn man das im chevy einbaut schafft man die quatermile unter 10 sekunden!
fett

vox sapiens
17.06.2007 11:41
Find ich super - werde sie fragen ob sie sich im Chaos auskennt!

Das ist im CERN derzeit wichtig. Die neue Gerätschaft ist verrückt!

Nein nicht örtlich, magnetisch!

vox sapiens
18.06.2007 16:46
Vielleicht erklärt Sie mir, ob unter dem Hauberl ein Helmi ist?

Ana Nass
12.06.2007 21:01
Starke Frau

Und zum Glück einmal eine, die nichts auf Modeschnickschnack hält. ;-)

Laura Hansen
15.06.2007 02:02

??? Ist das jetzt eine Qualifikation???

HC-Rache
18.06.2007 14:56
Ein Attribut!

WDPP
12.06.2007 19:44

Ich hoffe das sie es nicht wird.

Grundsätzlich finde ich die Thematik des Urknalls auch sehr interessant. Aber was ist wenn da etwas schief geht.

Da muss nicht unbedingt eine Österreicherin schuld sein.

Rene Dyma
13.06.2007 08:18

hamma a bissl zu viel dan brown gelesen?

WDPP
13.06.2007 12:59

Nein hab nur den Film gesehen. Sonst hab ich noch nie ein Buch von Dan Brown gelesen.

Wusste übrigens gar nicht das er ein Buch zu diesem Thema geschrieben hat.

Dr. Busengauer
12.06.2007 21:31
Was schiefgeht?

WDPP
13.06.2007 13:03

Habe in einer Zeitung mal einen Bericht gelesen das CERN eine Simmulation des Urknalls plant. Im Artikel steht zugegebener Maßen davon nichts. Es ist nur die Zeit nach der Entstehung des Universums erwähnt.

Angeblich gibt es da eine Gefahr. Winzig kleine Schwarze Löcher könn entstehen und die Erde vernichten.

Natürlich klingt das alles nicht wirklich Real. Aber alleine schon die Überlegung lässt mich schaudern. Und für solche Sachen muss wirklich nicht unbeding Österreich verantwortlich sein.

Talazar
18.06.2007 22:38
Hmm ... Überlegen Sie mal ;)

*Falls* die Erde untergeht und zerstört wird ... glauben Sie wirklich es stört dann noch irgendjemanden daß daran eine Österreicherin "schuld" war ? ;-)

WDPP
19.06.2007 21:27

Stimmt auch wieder. So blöd es klingt, daran hab ich gar nicht gedacht.

Hab irgendwie, obwohl ich selbst vom Ende gesprochen hab eher an eine gigantische Kathastrophe gedacht.

epep
18.06.2007 22:53
um den hr. busengauer zu ergaenzen:

ist es ja nicht so, als haette es da keine risikoabschaetzung gegeben, siehe:
http://www.bnl.gov/rhic/docs... report.pdf

und selbst wenn es die hawkingstrahlung nicht gabe: umso kleiner ein schwarzes loch (SW), umso langsamer "schluckt" es masse! ein SW das in einen telchenbeschleuniger geschaffen wurde, braeuchte millionen jahre um so gross zu werden, um uns gefaehrlich zu werden.

und, das beste argument, gegen diese angebliche "gefahr": tagtaeglich trifft hochenergetische strahlung auf die atmosphaere und produziert dort derart energiereiche zusammenstoesse, die niemals mit einen teilchenbeschleuniger auf der erde erzeugt werden koennten - und? sind wir schon von einen SW verschluckt worden?

Dr. Busengauer
13.06.2007 17:20
Das gehoert in die Abteilung "Schauermaerchen"

Falls diese Black Holes erzeugt werden, zerstrahlen sie innert Bruchteilen von Milisekunden (Hawking Strahlung) - das ist eigentlich auch das, was man messen will. z.B.
http://www.unisci.com/stories/2... 001012.htm
oder
http://cerncourier.com/main/arti... le/40/4/10

Kein Grund zur Sorge also. Man sollte stolz sein, dass Oesterreich sich daran beteiligen kann!

epep
18.06.2007 22:56
warum sollte ich stolz sein?

weil es eine oesterreicherin schafft? warum sollte ich nicht genauso stolz sein, wenn es eine zb italienerin schafft? wo ist da der grosse unterschied?
merke: 21. jahrhundert; 3. jahrtausend; kein provinz denken mehr!

und abgesehen davon: sie hat es nicht geschafft, weil sie oesterreicherin ist (bei dem bildungssystem kann man froh sein, ueberhaupt etwas zu werden!), sie hat es geschafft, weil sie einfach gut ist und das abseits von einer staatszugehoerigkeit!

Yasmin Semmelmoser
12.06.2007 10:49

Einen vergleichbaren Posten gibt es ja in Ö nicht
was belibt da für eine andere Möglichkeit als ins Ausland zu gehen? Das ist das traurige an der Geschichte!

vi-man
20.06.2007 11:38
Ausland (Schweiz), schöne Definition *rofl*

Die Österreicher haben in der EU eine Anteil von 1,78%
Sie sollten sich langsam angewöhnen sich selbst als Europäer zu sehen der zufälligerweise einen österreichischen Paß sein eigen nennt.



Grenzfall
12.06.2007 10:41
Wie konnte man diese Frau übersehen?

hcl
18.06.2007 09:17

Ach das wundert Sie, daß man in einem Land, wo die Politiker auf mediengeile Leute wie Zeilinger oder Taschner fixiert sind, andere Wissenschaftler übersieht? Na geh...

duke box
12.06.2007 16:43

wirklich erstaunlich, bei dem kopfschmuck.

Ana Nass
12.06.2007 21:00
Wunderbar!!!

Dachte auch, wir sind am Villacher Fasching!!!!!

;-)))))

epep
12.06.2007 15:06
naja ganz einfach! frauen haben ueberall und im speziellen in oesterreich ...

... eher den ruf sich einfach nicht auszukennen, wenns um technik geht.
zwar gibt es viele studentinnen in technischen berufen, aber kaum professorinnen, dozentinnen, etc

wenn es dann noch einen zeilinger gibt, der ein photon einen meter weit beamt und in der naechsten woche zwei meter. und deswegen einen medialen aufstand macht, als waere der weltfrieden ausgebrochen.
und wenn dann noch die medien drauf einsteigen (und dabei ganz auf die theoretische vorarbeit vergessen [die macht naemlich _nicht_ der zeilinger!], ohne die das ganze gar nicht moeglich waere und dabei noch vergessen, das es solche beam-versuche in der ganzen welt gibt).

ist es kein wunder wenn top-physikerinnen "uebersehen" werden ... trauig, aber wahr ...

Dante Alighieri
12.06.2007 15:47

Naja, bei den Wissenschaftlern ist es halt leider nicht anders als bei den Politikern -- nicht die Besten bekommen die meiste Aufmerksamkeit, sondern jene die sich am besten vermarkten.

Finn McCool
12.06.2007 16:46
dem stimme ich 100%-ig zu

und möchte noch hinzufügen, dass es die besten wissenschaftler in den allermeisten fällen ablehnen, sich selbst zu vermarkten.

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