Von der Bühne zum Beruf

29. Juni 2007, 16:38
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Das Ausbildungsprojekt "hiphopera" für arbeitslose und arbeitssuchende Jugendlichen schafft durch Tanz und Musik einen kreativen Einstieg ins Berufsleben

"Wir lieben Riesenstimmung und den groove. Wir gehen einmal täglich in den Kurs, und wenn die Bühne bebt, ist alles klar, ja hiphopera war wieder da." So heißt es im "hiphopera song" des Stücks mit dem Titel "bzw. ein stückWerk", an dem Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren fast ein Jahr arbeiteten.

Kreativer Weg

Das zweijährige, gerade zu Ende gegangene Projekt hiphopera, ein Ausbildungsprojekt für arbeitssuchende und arbeitslose Jugendliche, wurde 2005 geschaffen und begegnet der steigenden Jugendarbeitslosigkeit auf kreative Weise. In zwei Durchgängen, in den Jahren 2005 und 2006, arbeiten die TeilnehmerInnen jeweils ein knappes Jahr an der Entstehung eines Stücks und sind auf diese Weise im künstlerischen sowie handwerklichen Bereich tätig. Sie schreiben Texte, erarbeiten Szenen, nähen Kostüme, proben Choreografien und machen Musik.

Wirklichkeit ist nur ein Spiel

"Wenn man diese jungen Menschen ernst nimmt, und sie unterstützt, können sie ausgezeichnete Leistungen erbringen", so die Projektkoordinatorin Sascha Wittmann. Das präsentierte Stück "bzw. ein stückWerk" handelt von der Wirklichkeit, die doch nur ein Spiel ist, von Träumen, Gewalt, Gefühlen, Moral, Liebe und Geld. Dabei sind persönliche Erfahrungen der TeilnehmerInnen eingeflossen und haben das Stück geprägt. Mittels unterschiedlichen Ausdrucksformen, wie Tanz, Musik oder Sprache werden Inhalte, die den Jugendlichen wichtig erscheinen, transportiert.

Kompetenzen, die zählen

Durch das EQUAL-Projekt hiphopera, vom Europäischen Sozialfonds und Ministerium für Wirtschaft und Arbeit gefördert, bekommen die betroffenen Jugendlichen Gelegenheit, nach Misserfolgen, doch noch erfolgreich ins Erwerbsleben einzusteigen. "Die TeilnehmerInnen sollen besonders die so genannten Soft Skills erlernen", meint Wittmann, der dieses Projekt ein persönliches Anliegen ist.

Besonderer Wert wird auf Verlässlichkeit, Teamfähigkeit, Disziplin und Selbstständigkeit gelegt. Neben den Soft Skills lernen die Jugendlichen durch die Herstellung von Kulissen, Kostümen und Requisiten verschiedene Berufsfelder (Holz, Metall, Malerei, etc.) kennen und erhalten Unterricht in den Bereichen EDV, Deutsch und Mathematik. "Über das Tun entdecken die TeilnehmerInnen Berufe, die sie vorher nicht kannten", so die Projektleiterin.

"Hab mein Ziel geschafft. Die Kraft nach vorn zu schaun', das war mein Traum." So heißt es im Song "Freiheit" des Stücks. Und bereits mehr als die Hälfte der Jugendlichen, die am hiphopera-Projekt teilnahmen, hat ihr Ziel, eine Lehrstelle, einen Ausbildungsplatz oder einen Job zu finden, bereits erreicht. (Ursula Schersch/derStandard.at, 14.06.2007)

  • Jugendliche, die am Projekt hiphopera teilnahmen, arbeiteten ein knappes Jahr an der Entstehung von "bzw. stückWerk".
    foto: ludwig schedl

    Jugendliche, die am Projekt hiphopera teilnahmen, arbeiteten ein knappes Jahr an der Entstehung von "bzw. stückWerk".

  • Mit vollem Einsatz waren die TeilnehmerInnen im künstlerischen und handwerklichen Bereich tätig.
    foto: uli soyka

    Mit vollem Einsatz waren die TeilnehmerInnen im künstlerischen und handwerklichen Bereich tätig.

  • Neben der Vermitllung von Soft Skills lernten die jungen Menschen verschiedene Berufsfelder kennen.
    foto: uli soyka

    Neben der Vermitllung von Soft Skills lernten die jungen Menschen verschiedene Berufsfelder kennen.

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