Neuer Vorstoß für Öl-Pipeline Pressburg-Schwechat

1. Juli 2007, 18:17
2 Postings

Das von slowakischen Umweltschützern blockierte Projekt könnte durch einen Vorstoß des slowakischen Wirtschaftsministers neuen Auftrieb erhalten

Pressburg - Das seit Jahren von slowakischen Umweltschützern blockierte Projekt einer Öl-Pipeline von Preßburg zur OMV-Raffinerie in Schwechat könnte durch einen Vorstoß des slowakischen Wirtschaftsministers Lubomir Jahnatek neuen Auftrieb erhalten. Die Pipeline würde die Abhängigkeit der Slowakei von russischen Öllieferungen reduzieren, argumentiert Jahnatek. Das Umweltministerium in Bratislava verweigert aber nach wie vor seine Zustimmung zu dem Projekt, an dem die OMV federführend beteiligt ist.

Bei der OMV ist man inzwischen ungeduldig geworden. "Obwohl wir seit Jahren mit den Slowaken in Verhandlungen stehen und die österreichische Trasse längst festgelegt ist, ist es den Slowaken bisher nicht gelungen, die Trasse auf slowakischer Seite festzulegen", lässt der stellvertretende OMV-Chef Gerhard Roiss gegenüber der APA deutliche Kritik durchklingen. Die Trassenführung in der Slowakei sei das wesentliche Problem, das zweite sei die ungelöste Eigentümerfrage des Projektpartners Transpetrol, an dem der inzwischen bankrotte russische Ölkonzern Yukos 49 Prozent hält, heißt es aus der OMV. Was mit diesem Anteilspaket passieren soll, ist unklar - zur Debatte stehen eine Übernahme durch einen anderen russischen Ölkonzern oder die Rückverstaatlichung.

Baukosten werden geteilt

Durch die geplante 60 km lange Pipeline sollen jährlich 3,6 Mio. Tonnen Öl fließen, längerfristig könnte die Kapazität auch auf 5 Mio. Tonnen gesteigert werden, hieß es in früheren Berichten. Die Baukosten sollen zwischen der OMV und ihrem slowakischen Partner, dem Pipeline-Betreiber Transpetrol, aufgeteilt werden. Ihre Höhe war ursprünglich mit 28 Mio. Euro veranschlagt worden. Ein Memorandum über den Bau der Pipeline wurde bereits im Sommer 2003 unterzeichnet. Der Haken an der Sache: Ein 10 km langes Teilstück der geplanten Trasse führt durch das slowakische Naturschutzgebiet Petrzalka. Eine alternative Trasse ab Trnava würde auf Umweltbedenken auf österreichischer Seite stoßen, berichten die slowakischen Medien.

Das Umweltministerium in Bratislava will die Genehmigung für den Bau nur dann erteilen, wenn die Trassenführung so geändert wird, dass sie nicht mehr durch das Naturschutzgebiet führt. Das sagte der Sprecher des Ministeriums, Peter Visvader, der slowakischen Wirtschaftszeitung "Hospodarske noviny" (HN). In der vergangenen Woche hatte Wirtschaftsminister Jahnatek mit dem Bürgermeister des Stadtteils Petrzalka, Lubomir Ftacnik, über das Thema beraten. Ftacnik will erst nach Zustimmung des Umweltministeriums eine Baugenehmigung erteilen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.