Verkauf von One geht in die entscheidende Phase

20. Juni 2007, 11:19
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Angebotsfrist für Mobilfunker läuft in einer Woche ab - WirtschaftsBlatt": France Telecom als aussichtsreichster Bewerber

Der Verkauf des drittgrößten österreichischen Mobilfunkanbieters One geht in die entscheidende Phase. Wie das "WirtschaftsBlatt" in der Montag-Ausgabe berichtet, läuft die Angebotsfrist nächsten Montag, dem 18. Juni, ab. Das Signing soll spätestens zwei Wochen darauf erfolgen. Favorit sei France Telecom, die bereits über ihre Tochter Orange 17,45 Prozent an One hält und ein Vorkaufsrecht auf die restlichen Anteile hat, die neben E.ON von Telenor und Tele Danmark gehalten werden.

Signale

Die beiden letzteren hätten bereits signalisiert, auf die Vorkaufsrechte zu verzichten und sich von den Franzosen auszahlen zu lassen. Dies sei auf Vermittlung des Verkaufsbegleiters Goldman Sachs zustande gekommen, sagen involvierte Personen, heißt es in dem Bericht. France Telecom hat sich demnach für den Kaufprozess mit einem Private Equity-Konsortium, bestehend aus PAI Partners, Mid-Europa Partners und Civen Limited, zusammengetan. Der Investor Carlyle, mit dem die Franzosen bereits vor einem Jahr einen Übernahmeversuch starteten, ist demnach nicht mehr dabei.

Spannung

Das Vorkaufsrecht der France Telecom erlaube auch, mit eventuellen Angeboten firmenfremder Interessenten gleichzuziehen. Als solcher galt zuletzt die niederländische KPN, von der mit Spannung erwartet wird, ob sie wirklich ein Angebot legt. Ebenso kursierten die Namen der ägyptischen Orascom und der russischen Alpha Group des Oligarchen Michail Friedman als Kaufinteressenten.

Wert

Über den Wert von One reichen die Schätzungen - je nachdem, welche Seite man befragt - von einer bis 1,5 Mrd. Euro. Ein Verkaufserlös etwa in der Mitte dieser Bandbreite wird in der Branche als "ambitioniert aber denkbar" eingestuft.

Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis

One hat zuletzt 2006 trotz eines Kundenzuwachses von zwölf Prozent auf rund 2 Mio. Handykunden Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen müssen. Die Erlöse sanken wegen des harten Tarifkampfs um 1,6 Prozent auf 617 Mio. Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) um 9,7 Prozent auf 28 Mio. Euro und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 8 Prozent auf 161 Mio. Euro. Schon im Jahr davor waren die operativen Gewinne um mehr als ein Viertel gefallen.

Einsparungen

Nach dem Verkauf ist nach Meinung von Branchen-Beobachtern deshalb mit weiteren Einsparungen bei One zu rechnen. 2004 hatte das Unternehmen rund ein Fünftel seiner Belegschaft abgebaut. Zur Zeit hält One bei etwa 900 Mitarbeitern.(APA)

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