Investieren und das soziale Gewissen beruhigen

29. Juli 2007, 19:13
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Anleger wollen mit ihren Investments verstärkt auch Gutes tun. Der Klima-Fonds von Vinis bietet so eine Gelegenheit

Wien - "Nachhaltige Investments liegen im Trend", sagt Wolfgang Pinner, Geschäftsführer der Vinis Gesellschaft für nachhaltigen Vermögensaufbau. Seit knapp einem Jahr bietet Vinis seine nachhaltigen Fonds auch für Privatanleger an. Zuvor konnten nur die Mitarbeitervorsorgekassen in diese Fonds investieren.

Mittlerweile liegen rund 600 Millionen Euro in den fünf Vinis-Fonds. "Der Anteil, der von Retailinvestoren veranlagt wird, steigt stetig", sagt Pinner zum Standard.

Der neueste Fonds in der Produktpalette von Vinis ist der ESPA WWF-Stock Climate Change. Der im Mai aufgelegte Fonds veranlagt in Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit mit der Reduktion von CO2 in Verbindung steht.

Mit einem Investment in diesen Fonds tun Anleger auch etwas Gutes: Mit einem Teil der Einnahmen des Fonds wird das Klimaschutzprogramm des World Wide Fund For Nature (WWF) unterstützt.

Small- und Mid-Cap-Bereich

Die Investitionen des Fonds konzentrieren sich überwiegend auf Unternehmen im Small- und Mid-Cap-Bereich, die aus der Steigerung der Energie-Effizienz Gewinne erwirtschaften. Die Titelauswahl erfolgt auf der Basis eines vierstufigen Investmentprozesses. Das Fondsmanagement kooperiert dafür mit vier Rating-Agenturen. Ein unabhängiger Ethikbeirat überprüft, ob die getätigte Titelauswahl auch mit dem Anlageziel des Fonds übereinstimmt.

"Unternehmen mit dem Ziel einer CO2-Reduktion werden in den nächsten Jahren ganz stark wachsen, da durch die anhaltende Klimadebatte regenerative Energiequellen verstärkt ins Zentrum des Interesses rücken", erklärt Pinner. Mit dem Klima-Fonds könnten Anleger aktiv an einer Verlangsamung des globalen Klimawandels mitwirken.

Nachdem der Klima-Fonds im Markt gut aufgenommen wurde, könnten aus dem Hause Vinis weitere Themenfonds - etwa ein Wasserfonds - folgen. "Wir diskutieren derzeit die Möglichkeiten im Bereich Ökologie", sagt Pinner.

Dem Thema Ökologie widmet auch die Deutsche Börse verstärkte Aufmerksamkeit. Vor wenigen Tagen wurde die Indexfamilie um den Öko-Dax erweitert. "Mit dem neuen Index reagieren wir auf das steigende Interesse an Aktien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien", sagt eine Sprecherin der Deutschen Börse zum Standard.

Öko-Dax

Der Öko-Dax bildet derzeit die zehn größten Werte - gemessen an ihrer Marktkapitalisierung - aus den Bereichen erneuerbare Energien ab: Mitglieder sind Solarworld, Q-Cells, Conergy, Repower, Ersol, Solon, Nordex, Verbio, CropEnergies und Schmack Biogas. Die Zusammensetzung des Index wird vierteljährlich überprüft.

Angesichts der hohen Ölpreise und der weltweiten Debatte über den Umweltschutz interessierten sich Anleger verstärkt für Unternehmen, die sich mit der Erzeugung von Energie aus Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse beschäftigen.

Mit dem neuen Index sei nun eine Benchmark vorhanden, an der sich Öko-Fonds messen könnten. Außerdem biete der Index eine Basis für strukturierte Produkte. Ein solches hat bereits die Deutsche Bank begeben - das X-Pert Zertifikat auf den Öko-Dax. Mit diesem Zertifikat können Anleger direkt von der Performance des neuen Öko-Index profitieren. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.6.2007)

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    Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit mit der Reduktion von CO2 in Verbindung steht, bilden die Grundlage für den Klima-Fonds von Vinis.

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