Israelische Siedler schändeten islamischen Friedhof im Westjordanland

13. Juni 2007, 20:05
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Grabsteine mit "Tod den Arabern" und "Die Araber sind Hurensöhne" besprüht

Tel Aviv - Israelische Siedler haben laut einem Zeitungsbericht einen muslimischen Friedhof im nördlichen Westjordanland geschändet. Die israelische Zeitung "Yediot Ahronoth" berichtete am Sonntag, etwa 1300 Siedler seien mit Erlaubnis der Armee in das arabische Dorf Kifal Haris vorgedrungen, um dort an der Grabstätte des biblischen jüdischen Anführers Jehoshua Bin Nun zu beten. Einige radikale Männer hätten dort in der Nacht auf Freitag insgesamt neun Grabsteine von Muslimen zerschlagen und auf andere Sprüche wie "Tod den Arabern" und "Die Araber sind Hurensöhne" gesprüht.

"Stellen Sie sich vor, dass man einen jüdischen Friedhof in Frankreich schändet", sagte der örtliche Gouverneur, Munir Abushi, der Zeitung. In einem solchen Fall würde es einen Aufschrei gegen antisemitische Gewalt geben, meinte er. "Mit solchen Taten motivieren Israelis nur die Extremisten unter den Palästinensern."

Ein Mitglied des Dorfrates berichtete, die Siedler seien um etwa drei Uhr morgens unter lautem Geschrei in das Dorf eingedrungen und hätten unter anderem Autos beschädigt, Scheiben eingeschlagen, Autoreifen zerschnitten und Häuser mit Steinen beworfen. Die Einwohner wollten sich bei der Polizei beschweren. Eine Armeesprecherin und ein Sprecher des Siedlerrats im Westjordanlands sagten, man prüfe den Bericht. (APA/dpa)

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