Thomas Rottenberg, Gesellschaftsredakteur und TV-Moderator

8. Juni 2007, 19:12
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"Wenn sich beim Hinschauen vor Peinlichkeit Zehennägel aufrollen, ist es logisch, den Verursacher zu ächten"

Was ist eine Nervensäge?

Nervensägen sind natürlich immer nur die anderen.

Wie fühlt es sich an, als ebensolche bezeichnet zu werden?

Äh, ja, hm, also ...

Nennt man Sie zu Recht/Unrecht so?

Wer mich kennt und so nennt, wird einen Grund haben. Die anderen? Egal.

Wie bekommt man dieses Etikett? Von den Medien? Genügt die Präsenz in den "Seitenblicken"?

Öffentlich: weil transportierte Bilder Betrachter oft zum "Fremdschämen" bringen. Wenn sich beim Hinschauen vor Peinlichkeit Zehennägel aufrollen, ist es logisch, den Verursacher zu ächten. Mitleid hab ich aber keines: Gesellschafts-Formate sind wie das Bekenntnis zum FPÖ-Wählen: Alle sagen "Pfui" – und wissen trotzdem Bescheid. Umgekehrt gilt: Niemand wird gezwungen, sich im Lugniversum herumzutreiben – und trotzdem tun es so viele.

Wird man es wieder los? Wie? Und vor allem: Wollen Sie das überhaupt?

Die Therapie heißt „nicht hingehen“ und „nicht ins Bild drängeln“. Wer erinnert sich an pensioniertes Adabei-Personal? Ob ich das will? Siehe nächste Frage.

Was ist wichtiger? Bekannt zu sein oder geliebt zu werden?

Für den Gesichts-Marktwert: Bekannt zu sein – das ist auch wichtiger als die Frage, ob man kann, was man tut. Oder was man eigentlich/überhaupt tut. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD Printausgabe, 9./10.6.2007)

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    foto: puls tv
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