Meinl trennte sich von süßer Tochter

2. Juli 2007, 15:56
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Die Meinl Bank machte es der Strabag nach: Kurz vor dem geplanten Börsenstart wurde der rumänische Süßwarenhersteller Kandia Excelent verkauft

– Die Meinl Bank verkaufte am Freitag ihre 93,32-prozentige Beteiligung an der rumänischen Kandia Excelent an den weltgrößten Süßwarenhersteller Cadbury Schweppes. Das an der Bukarester Börse notierte Unternehmen wurde vor zehn Jahren von der von der Meinl Bank gemanagten Private Equity Holding Kandia übernommen. Meinl investierte insgesamt 17 Mio. Euro (inkluisve Kauf), machte daraus einen der führender Schokolade- und Zuckerwarenhersteller Rumäniens, der heute einen Marktwert von rund 120 Mio. Euro hat. "Die eigene Erwartungshaltung an Investments dieser Art – nämlich die Verdoppelung des Wertes innerhalb von fünf Jahren – haben wir hier noch übertroffen", sagte Julius Meinl V.

Attraktives Angebot

Die Entscheidung für den Verkauf der Kandia Excelent, nur wenige Wochen vor dem an der Wiener Börse geplanten Secondary Listing, "fiel nicht nur aufgrund des finanziell höchst attraktiven Angebots für die Investoren, sondern vor allem auch wegen der positiven wirtschaftlichen Perspektiven für die Weiterentwicklung des Unternehmens, das schon in der Zeit vor 1945 eng mit Julius Meinl verbunden war", argumentierte der Bank-Chef. Kandia Excelent kommt auf einen Jahresumsatz von 43 Mio. Euro und hat in Rumänien einen Marktanteil von über 20 Prozent. Bevor der Betrieb 1945, nach dem Zweiten Weltkrieg, verstaatlicht wurde, war der Süßwarenhersteller, der am Produktionsstandort in Bukarest 850 Mitarbeiter beschäftigt, bereits einmal – damals zu 25 Prozent – im Eigentum von Julius Meinl.

Rückkehr

"Wir sind nach der Ostöffnung frühzeitig in jene Märkte zurückgekehrt, in denen Julius Meinl bereits vor dem Krieg unternehmerisch aktiv war, und konnten so die sich bietenden Chancen für unsere Investoren optimal nutzen", betonte Meinl. Die von der Meinl Bank gemanagte Private Equity Holding Kandia wurde 1996 gegründet und investierte bei der ersten Privatisierungswelle in Zentral- und Osteuropa in Industriebeteiligungen wie etwa Brauereien in der Ukraine oder einen Verpackungsproduzenten in Russland. Meinl: "Mittlerweile wurden alle in der Investmentgesellschaft gehaltenen Beteiligungen, in der mit einem Veranlagungsvolumen von 70 Mio. Dollar neben institutionellen Investoren auch einige der großen Familienvermögen Europas investiert sind, gewinnbringend realisiert." (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9./10.2006)

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