Cáceres: "Murga Argentina"

1. Juli 2007, 17:55
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Vielseitig und abwechslungsreich: Eine Huldigung des afrikanischen Einflusses auf den argentinischen Tango

"Tango ist ein traurige Gedanke, zu dem man tanzen kann", sagte einmal der argentinische Tango-Komponist Enrique Santos Discépolo. - Und was kann schöner sein?

Gespannt lege ich die CD ein - und denke bei den ersten Takten an eine Verwechslung von Inhalt und Hülle. Denn nach Tango, zu gegeben ich bin keine Expertin, hört sich das nicht an.

Afrikanische Percussion eröffnet das Album, doch nach wenigen Takten, setzen die für Tango typischen Instrumente wie Bandoneóns, Violinen und Klavier ein. Und die Schwere und Leichtigkeit dieser Musik überfallen einen und man könnte weinen und gleichzeitig vor stiller Freude tanzen.

Tango entstand in der Region um den Río de la Plata gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Musik ist das Ergebnis aus europäischen Musikstilen vermischt mit lateinamerikanischen und afrikanischen Rhythmen.

Und genau diesen afrikanischen Wurzeln widmete der Komponist und Sänger Cáceres dieses Album. Er führte darauf die Rhythmen des Murga und Milonga ein, um dem Tango neue Impulse zu geben. Als vielseitiger Künstler singt Cáceres, spielt Klavier und Tromboe. Begleitet wird er auf dem Album von Nini Flores am Bandoneon und Akkordeon sowie von Paul Lazer an der Violine. Die künstlerische Leitung übernahm Eduardo Makaroff, der zuvor beim Gotan Project für die südamerikanischen Tango-Rhythmen verantwortlich war.

Das Album ist bei Mañana erschienen, einem kleinen Musiklabel, das Tango und andere argentinische Musik unterstützt. Gegründet wurde es von Eduardo Makaroff und dem Graphiker und Bühnenbildner Gerard Lo Monaco. Letztere zeigt seinen Einfluss in der Gestaltung des Covers. In feiner Pop-up-Kunst klappt beim Öffnen des Covers eine dreidimensionale Kulisse auf, die Figuren der Tangotradtion zeigt. Así me gusta. (ost)

  • Cáceres: "Murga Argentina" (Mañana/Soulseduction 2007; Reissue von 2005)
    cd-cover

    Cáceres: "Murga Argentina" (Mañana/Soulseduction 2007; Reissue von 2005)

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