Arbeitskosten in neuen EU-Staaten kräftig gestiegen

2. Juli 2007, 13:39
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Österreich liegt bei den Arbeitskosten in der Privatwirtschaft in Europa an der achten Stelle, am teuersten ist Arbeit in Dänemark

Wiesbaden - Bei den Arbeitskosten in der Privatwirtschaft liegt Österreich in Europa an der 8. Stelle und damit in der Spitzengruppe. Am teuersten ist Arbeit in Dänemark, wo die Kosten einer Arbeitsstunde im Vorjahr bei durchschnittlich 33,80 Euro (ohne Lohnnebenkosten) lagen. An zweiter Stelle steht Schweden (32,30 Euro), auf Platz drei folgt Luxemburg mit 31,50 Euro (2005). Höher als in Österreich (2005: 27,40) sind die Bruttolöhne auch in Belgien (2005: 31,20 Euro), Frankreich (30,70 Euro), Deutschland (28,70), den Niederlanden (27,90). Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden heute, Freitag, mit.

Baltische Länder und Slowakei weiterhin niedrig

Besonders niedrig sind die Arbeitskosten - trotz eines starken Anstiegs 2006 - weiterhin in den baltischen Ländern und der Slowakei. In Estland müssen Industrieunternehmen und Dienstleister nur 5,80 Euro pro Stunde bezahlen. In der Slowakei sind es 5,40 Euro, in Litauen 4,30 Euro und in Lettland 3,70 Euro. Dabei sind die Arbeitskosten in diesen Ländern wegen Aufwertungen der nationalen Währungen sowie der wirtschaftlichen Entwicklung stark gestiegen - zwischen 12,1 Prozent in der Slowakei und 23,3 Prozent in Lettland. Bei den Neumitgliedern Bulgarien und Rumänien, die erst 2007 in die Europäische Union kamen, lagen die Arbeitskosten 2006 bei 1,80 beziehungsweise 2,90 Euro.

Gebremst in Deutschland

In Deutschland wurde der Anstieg der Arbeitskosten im ersten Quartal 2007 gebremst. Im Vergleich zum Vorquartal gingen die Kosten je geleistete Stunde um 0,1 Prozent zurück. Als Grund nannten die Statistiker eine Entlastung der Arbeitgeber bei den Lohnnebenkosten. Die höheren Beitragssätze zur Kranken- und Rentenversicherung seien durch die Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung überkompensiert worden. "Deutschland steht auf der Bremse", sagte ein Statistiker. Im Vergleich zum ersten Quartal 2006 gab es einen leichten Anstieg von 0,4 Prozent. 2006 legten die Arbeitskosten in der Privatwirtschaft im Jahresvergleich um 1,1 Prozent zu. In Frankreich gab es ein Plus von 3,3 Prozent, in Großbritannien lag der Anstieg bei 3,6 Prozent. (APA/dpa)

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    Besonders niedrig sind die Arbeitskosten - trotz eines starken Anstiegs 2006 - weiterhin in den baltischen Ländern und der Slowakei.

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