Oerlikon stellt Milliarden-Kredit auf

2. Juli 2007, 15:54
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Pecik und Stumpf könnten mit Vekselberg auch Mehrheit an Sulzer übernehmen

Pfäffikon - Der Schweizer Hightech-Konzern OC Oerlikon hat über die US-Großbank Citigroup einen Kredit in Höhe von 2,5 Mrd. Franken (1,86 Mrd. Euro) aufgestellt. Oerlikon wird die Mittel unter anderem für die Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten verwenden, die das Unternehmen vor allem für die Übernahme des Maschinenbauers Saurer aufgenommen hat. Hauptaktionäre von Oerlikon sind die österreichischen Investoren Ronny Pecik und Georg Stumpf.

Der Kredit ist Oerlikons erster Auftritt auf dem europäischen Markt für Konsortialkredite. "Das ist ein ausgezeichneter Ausweis in das Vertrauern der operativen Leistungsfähigkeit von Oerlikon und dem profitablen Wachstumskurs der vor uns liegt", erklärt Unternehmensvorstand Uwe Krüger. Stumpf sprach als Verwaltungsrats-Präsident von einer "Bestätigung unserer Strategie und Erfolge".

Kritik an Übernahmekultur

Pecik und Stumpf waren in den vergangenen Monaten von der Schweizer Politik und den Medien für ihre Übernahmekultur heftig kritisiert worden. In einem Interview hat Pecik diese Woche angedroht, OC Oerlikon von der Schweizer an die deutsche Börse abzuziehen.

Gleichzeitig gibt es neue Gerüchte, dass die österreichischen Investoren mit ihrer Beteiligungsgesellschaft Victory ihr Engagement in der Schweiz noch weiter verstärken könnten. Wie die Tageszeitung "Die Presse" am Freitag berichtete, könnte Victory mit der Renova-Gruppe ihres russischen Partners Viktor Vekselberg auch noch die Mehrheit am eidgenössischen Industriekonzern Sulzer übernehmen. "Sie können davon ausgehen, dass bei der Sulzer-Generalversammlung im Frühjahr 2008 die Eigentumsverhältnisse anders aussehen", zitierte die Zeitung einen "Kenner der Gruppe".

Derzeit halten Victory und Renova 32 Prozent an Sulzer. Ab 33 Prozent muss in der Schweiz ein Pflichtoffert gelegt werden. "Offiziell kann und darf ich dazu nichts sagen, weil der Konzern börsenotiert ist", meinte Stumpf. Aber: "Sulzer ist ein ausgezeichnetes Unternehmen mit enormem Potenzial, das Synergien mit Oerlikon bietet." (APA)

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