Timeshare-Urlaub am Pranger

1. Juli 2007, 16:44
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Die EU-Kommission will die aus 1994 stammenden Regeln für Anbieter von Timeshare-Urlaub verschärfen

Brüssel - Die EU-Kommission will die aus 1994 stammenden Regeln für Anbieter von Timeshare-Urlaub verschärfen. Konkret sollen künftig auch Teilnutzungsrechte für Hausboote, Wohnmobile oder Kabinen auf Kreuzfahrtschiffen sowie den Wiederverkauf bzw. Tausch dieser Rechte von der EU-Richtlinie erfasst werden, kündigte EU-Konsumentenschutz-Kommissarin Meglena Kunewa am Donnerstag in Brüssel an. Die bisherigen EU-Bestimmungen galten nur für Immobilien und nur für bestimme Verträge.

Mit der neuen Regulierung sollen die Schlupflöcher in der bisherigen Bestimmung geschlossen werden, sagte Kunewa. Vor allem sollen künftig auch sogenannte Discount Travel Clubs geregelt werden, die Mitgliedern für eine hohe Beitrittsgebühr enorme Rabatte bei Flügen und Hotelaufenthalten versprechen. Der Großteil der 2256 Beschwerden, die im Vorjahr bei den EU-Konsumentenschützern um Timeshare-Urlaub eingingen, betrafen in Wahrheit diesen Bereich, so Kunewa.

1500 Timeshare-Ressorts

In den 27 EU-Staaten gibt es rund 1500 Timeshare-Ressorts mit rund 85.000 Wohneinheiten; pro Jahr kommen rund zwei Prozent neue Ferienwohnungen dazu. Der Umsatz der Branche wird auf 10,5 Mrd. Euro geschätzt, 4,2 Mio. Euro davon allein in Spanien. Die meisten Timeshare-Urlauber in der EU kommen aus Großbritannien, Schweden, Deutschland und Italien. Laut den jüngsten verfügbaren Zahlen aus 2001 hatten rund 33.300 Österreicher solche Teilnutzungsrechte, bevorzugt in der Heimat, in Deutschland oder in Italien. Der österreichische Markt für Timeshare - meist in den Bergen oder an Seen - funktioniert laut EU-Kommission recht gut, wie generell die nationalen Angebote; Probleme gebe es dagegen oft bei der zunehmenden Zahl grenzüberschreitender Verträge.

Die neue EU-Richtlinie wird nun auch bewegliche Sachen wie Wohnmobile oder Hausboote und langfristige Urlaubsprodukte wie Travel Discount Clubs erfassen. Das Rücktrittsrecht von einem Vertrag wird auf 14 Tage vereinheitlicht, bisher galten mindestens zehn Tage, die von den Mitgliedstaaten erweitert werden konnten. (APA/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.6.2007)

  • Die neue EU-Richtlinie wird nun auch bewegliche Sachen wie Wohnmobile oder Hausboote und langfristige Urlaubsprodukte wie Travel Discount Clubs erfassen.
    foto: standard/deterding

    Die neue EU-Richtlinie wird nun auch bewegliche Sachen wie Wohnmobile oder Hausboote und langfristige Urlaubsprodukte wie Travel Discount Clubs erfassen.

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