Warimpex-Eigentümer wollen bei Porr aufstocken

2. Juli 2007, 15:54
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Bei Porr kündigt sich mit den Warimpex-Eigentümern ein neuer strategischer Aktionär an. Wolfgang Hesoun arbeitet an einem Personalpaket

Wien - Die Warimpex-Mehrheitseigentümer, Franz Jurkowitsch und Georg Folian wären bereit, ihren Anteil an der Porr massiv aufzustocken. Über zwei Privatstiftungen halten sie derzeit 2,2 Prozent am Baukonzern. Sollten die derzeitigen Großaktionäre - die Bank Austria nahe B&C-Stiftung, der Unternehmer Klaus Ortner und die Wiener Städtische Versicherung - nicht alle ihnen zustehenden Bezugsrechte wahrnehmen, würde Jurkowitsch diese übernehmen und auf bis zu zehn Prozent aufstocken, sagte der Warimpex-Chef im Gespräch mit dem Standard. Anders als die Strabag, die sich mit Oleg Deripaska einen russischen Mitaktionär holte, glaubt Jurkowitsch, dass es gut für die Porr sei, wenn sie ein österreichisches Unternehmen bleibe.

Der Grund: Die Porr sei was ihre Kunden und den Marktradius betrifft anders ausgerichtet. Sie sei stark auf den österreichischen Markt fokussiert.

Mit der Wahl des neuen Porr-Generals, Wolfgang Hesoun, ist Jurkowitsch sehr zufrieden: "Er ist der richtige Mann für die Position. Und ich habe viel Vertrauen, dass er die Porr im jetzt guten Marktumfeld zu guten Ergebnissen führen wird".

Hesoun hat den Sommer über alle Hände voll zu tun: Er will bis zum Herbst dem Aufsichtsrat ein neues Personalpaket präsentieren, weil durch das Ausscheiden seines Vorgängers, Horst Pöchhacker, einige Positionen (vor allem in den Aufsichtsräten der Tochter-Unternehmen) vakant wurden.

Vierter Vorstand

Offen ist nach wie vor, wer neuer vierter Vorstand wird. Hesoun ganz bescheiden: "Zuständig ist der Aufsichtsrat, ich kann mir nur was wünschen". Wen er sich wünscht lässt er offen, es gebe mehrere Möglichkeiten. Es sollte aber jemand aus dem Haus sein, weil der dann keine Einarbeitungszeit habe. Als eine Option wird der derzeitige Vorstand der Porr Technobau und Umwelttechnik, Johannes Dotter genannt.

Hesoun selbst will sich aus den operativen Tätigkeiten zurückziehen und die Stabsfunktionen (Strategie, Revision, Personal und Öffentlichkeitsarbeit) wahrnehmen. Zudem gilt es die Aufsichtsräte in den Töchtern, wie PTU, Porr Hochbau oder Porr Solution nachzubesetzen, weil sich Pöchhacker aus der Porr komplett zurückziehen wird.

Die Porr-Aktien legten seit Jahresbeginn eine Kursrally hin: Nach 120 Euro im Jänner, notiert die Aktie nun bei 263 Euro. (Claudia Ruff, DER STANARD, Print-Ausgabe, 8.6.2007)

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    foto: standard/fischer
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