Bush: 60 Milliarden mehr für Afrika

11. Juni 2007, 13:56
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UN: G8 sollen finanzielle Versprechungen einhalten, Handels- Beschränkungen abbauen - mit Infografik

Zeitgerecht für Freitag auf dem Gipfelplan stehenden Afrika-Schwerpunkt der G8 hat US-Präsident George W. Bush angekündigt, zusätzliches Geld (60 Mrd. Dollar) für die Afrikahilfe auf den Tisch zu legen. Wie am Donnerstag aus der US-Delegation bekannt wurde, wollen die USA die Hälfte der Mittel bereitstellen. Den Rest sollen die anderen G8-Länder zahlen. Das Geld soll nach dem Willen der USA für die Bekämpfung von Aids und Malaria verwendet werden.

Die UNO hat indes einen Bericht veröffentlicht, der der Armutsbekämpfung auf dem Kontinent kein gutes Zeugnis ausstellt. Das Ziel, die Armenquote bis 2015 zu halbieren, hinke in den meisten afrikanischen Staaten dem Zeitplan hinterher. Das Erreichen der Millenniums-Ziele der UNO sei selbst in den am weitesten fortgeschrittenen Staaten wenig wahrscheinlich. Die UN-Fachleute empfehlen, die Handelsbeschränkungen abzubauen und die von den G8 ohnehin versprochene Anhebung der Entwicklungshilfe endlich umzusetzen.

Versprechen

Beim Treffen am Freitag mit den afrikanischen Staatschefs wollen die G8 ihre Versprechungen von Gleneagles noch einmal bekräftigen, wogegen sich die Kanadier vorerst sträubten. Bis 2010 soll die Entwicklungshilfe jährlich auf 50 Milliarden Dollar verdoppelt werden. Die Hälfte des Betrages soll den Ländern Afrikas zu Gute kommen.

Finanzielle Transfers aber sind der deutschen Präsidentschaft zu wenig: Sie setzt auf intensivierte Reformpartnerschaften in den Bereichen gute Regierungsführung, Sicherheit und Frieden, nachhaltige Investitionen und Gesundheitsysteme (inklusive Bekämpfung von HIV/Aids). Auf afrikanischer Seite nehmen am "Outreach" Ägypten, Algerien, Senegal, Südafrika und Ghana teil. (red/APA/Birgit Baumann und Christoph Prantner/DER STANDARD, Printausgabe, 8. Juni 2007)

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