"Ötzi" verblutete nach Pfeilschuss

7. Juni 2007, 18:21
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Forscher lösten das Rätsel vom Sterben des Eismannes - mit Grafik

Zürich - "Ötzi" ist verblutet. Ein Forscherteam des Anatomischen Instituts der Uni Zürich hat nach eigenen Angaben die Todesursache des Steinzeitmannes "Ötzi" ermittelt. Mittels Computertomografie konnte die Verletzung einer großen schulternahen Arterie nachgewiesen werden. Damit ist die Todesursache der weltberühmten Gletschermumie wohl definitiv geklärt.

Die wissenschaftliche Arbeit des italienisch-schweizerischen Forscherteams ist im Journal of Archaeological Science online erschienen und wird auch in der Titelgeschichte der Juli-Ausgabe des Magazins National Geographic dargestellt.

An dem einmalig gut erhaltenen, in den Ötztaler Alpen gefundenen Eismann aus dem Spätneolithikum sind schon zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt worden. 2005 wurde die Gletschermumie von Frank Rühli vom Anatomischen Institut in Zürich zusammen mit Eduard Egarter Vigl, Pathologe und Konservierungsbeauftragter am Südtiroler Archäologiemuseum, sowie von zwei Forschern der Radiologischen Abteilung des Zentralkrankenhauses Bozen untersucht. Die CT-Bildanalyse zeigte eine Verletzung der rückseitigen Wand der linken Schlüsselbeinarterie durch die schon früher entdeckte Pfeilspitze, die im Brustraum stecken geblieben war. Außerdem zeigte die Bildanalyse einen Bluterguss, in den umliegenden Geweben. Damit sei die Todesursache definitiv geklärt, meint der Schweizer Forscher Rühli. Der Einbezug historischer und moderner Daten zur Überlebenswahrscheinlichkeit nach einer so schwer wiegenden Verletzung ließen den eindeutigen Schluss zu, dass Ötzi an dieser Verletzung binnen kurzer Zeit gestorben sei. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. 6. 2007)

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    grafik: der standard
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