Futurelab vor Verkauf

10. Juli 2007, 11:31
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Drei Investoren, allen voran der britische Finanzriese 3i, rittern um die Laborkette, der Börsengang bleibt Thema

Wien - Ein Börsegang der Laborgruppe Futurelab ist entgegen anders lautenden Meldungen sehr wohl ein Thema, bekräftigte Futurelab-Geschäftsführer Michael Havel heute, Freitag. Er bestätigte laufende Gespräche mit möglichen Investoren, darunter auch mit 3i.

Dennoch sei das Shareholder-Agreement mit der Wiener Städtischen Versicherung, das einen Börsegang vorsieht, weiterhin gültig. Es gebe derzeit kein Bieterverfahren unter Einbeziehung einer Investmentbank.

Auch der Einstieg eines weiteren Aktionärs würde einen Börsegang als Option nicht ausschließen, sagte Havel. Nach den ursprünglichen Plänen war, wie berichtet, für das Jahr 2009 der Gang an die Börse geplant.

Futurelab ist nach Eigenangaben bereits heute die größte Laborgruppe in Mittel- und Osteuropa (CEE). Derzeit sind 1.800 Mitarbeiter in sechs Ländern beschäftigt.

Im kommenden Jahr 2008 will man das anvisierte Wachstum mit einer weiteren Unternehmensanleihe im Volumen zwischen 60 und 80 Mio. Euro fortsetzen. Bereits 2006 hatte Futurelab mit einer Unternehmensanleihe rund 60 Mio. Euro eingesammelt.

Die europaweit tätige Wiener Laborgruppe hat im Geschäftsjahr 2006 ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Der Umsatz hat sich dank einer Reihe von Akquisitionen von 31,2 auf 61,9 Mio. Euro verdoppelt, zugleich erhöhte sich das operative Ergebnis (EBITDA) um 48 Prozent auf 13,5 (9,1) Mio. Euro, wie das Unternehmen mitteilte.

Ein großer Teil des Wachstums ist auf Akquisitionen in der Schweiz, der Slowakei und Tschechien zurückzuführen, für die Futurelab insgesamt 50 Mio. Euro aufwendete.

Expansion wird fortgesetzt

Der Expansionskurs werde auch im laufenden Jahr 2007 fortgesetzt, kündigte Futurelab-Chef Havel im APA-Gespräch an. Im ersten Halbjahr sei die Akquisition von vier weiteren Labors in Deutschland, der Schweiz, Tschechien und der Slowakei zum Kaufreis von insgesamt 65 Mio. Euro fixiert worden, der Kaufabschluss (Closing) soll im Juli erfolgen.

Das Wachstum soll sich heuer noch beschleunigen: Zusammen mit weiteren geplanten Akquisitionen soll der Umsatz im Gesamtjahr 2007 auf rund 200 Mio. Euro steigen, das wäre mehr als der dreifache Wert von 2006. Allein mit den bereits vereinbarten Übernahmen steigt der Umsatz auf 135 Mio. Euro, das operative Ergebnis dürfte auf knapp 30 Mio. Euro anwachsen.

Für die zweite Jahreshälfte 2007 zeichnen sich weitere Übernahmen ab: Es gebe bereits "fortgeschrittene Akquisitionsgespräche" mit Labors in Deutschland, Schweiz, Bulgarien, Rumänien, Serbien, Tschechien, Polen und Russland. Die Kaufsumme dürfte sich laut Havel wieder zwischen 60 und 70 Mio. Euro bewegen. Neuerliche Synergieeffekte verspricht sich Futurelab aus dem geplanten Transfer von Know-how. (APA)

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    foto: staatspreis multimedia
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