UNHCR will erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt

11. Juli 2007, 12:49
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Nach sechs Monaten Verfahren Möglichkeit, freie Jobs annehmen zu dürfen

Wien - Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR fordert in Österreich einen leichteren Zugang für Flüchtlinge zum Arbeitsmarkt. Kernpunkt im heute vorgelegten Konzept: Asylwerber, deren Verfahren schon mehr als sechs Monate dauert, sollen freie Arbeitsplätze annehmen dürfen. Subsidiär Schutzberechtigten - also Personen, die nicht abschiebbar sind, weil ihnen im Herkunftsland Repressalien drohen - will die UN-Organistaion den gleichen vollen Zugang zum Arbeitsmarkt verschaffen wie anerkannten Flüchtlingen.

Ansetzen will das UNHCR auch bei der Weiterbildung. Asylwerber am Beginn des Verfahrens sollen mehr und gezieltere Qualifikationsmaßnahmen und Deutschkurse bekommen. Denn bei einer Anerkennungsrate von 40 Prozent könne am Ende ohnedies praktisch jeder Zweite in Österreich arbeiten. Damit das dann nicht zu plötzlich kommt, schlägt das UNHCR auf dieser Stufe mehr Weiterbildung vor.

"Es gibt Arbeit, und es gibt Menschen, die gerne zupacken würden"

Danach soll es die Möglichkeit geben, Fertigkeiten auch im Job zu beweisen. Das Problem derzeit: Asylwerber sind de facto mit Arbeitsverbot belegt, dürfen nur Saisonnier- und Erntehilfsjobs annehmen: "Es gibt Arbeit, und es gibt Menschen, die gerne zupacken würden, aber man redet stattdessen von weiterer Zuwanderung. - Das versteht keiner", meint UNHCR-Sprecher Roland Schönbauer. Rund 14.000 Asylwerber warten derzeit in Österreich seit über drei Jahren auf die Bearbeitung ihrer Anträge, mehrere hundert über zehn Jahre. (APA)

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