Pecik und Stumpf drohen mit Rückzug aus der Schweiz

10. Juli 2007, 11:31
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Die österreichischen Investoren fühlen sich in der Schweiz zu Unrecht an den Pranger gestellt

Zürich - Die österreichischen Investoren Ronny Pecik und Georg Stumpf fühlen sich in der Schweiz zu Unrecht an den Pranger gestellt. Sie überlegen sich einen Rückzug und drohen damit, OC Oerlikon von der Schweizer an die deutsche Börse abzuziehen.

Er sei enttäuscht über die Schweiz. "In Österreich wird uns und ausländischen Investoren von der Regierung der rote Teppich ausgelegt und man ist Stolz auf unser Engagement in der Wirtschaft", sagte Pecik in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Bilanz". "Die Schweiz hingegen schottet sich ab." Es kursierten viele Fehlinformationen. In Wirklichkeit hätten sie mit der ehemaligen Unaxis ein Schweizer Unternehmen saniert und noch größer gemacht. "Ich verstehe beispielsweise nicht, warum diese Leute oder auch Vertreter der Regierung nicht auf uns zukommen, um uns kennen zu lernen", sagte Pecik.

Pecik droht mit einem Rückzug aus der Schweiz: "Wir müssen uns überlegen, was wir machen." Der von Pecik und Stumpf zu knapp 50 Prozent kontrollierte Mischkonzern OC Oerlikon "würde sich sicher auch in einem deutschen Tech-DAX gut machen", sagte Pecik. "Mit einer Marktkapitalisierung von neun Mrd. wäre Oerlikon dort einer der grössten Werte. Auch für eine Ansiedlung des neuen Forschungszentrums von Oerlikon mit über 400 Wissenschaftern in der Schweiz habe sich noch kein Politik je darum bemüht. "Wir sind durchaus offen, es in der Schweiz zu bauen", bestritt er frühere Angaben, das Forschungszentrum solle in München gebaut werden.

Unter Dach und Fach

Stumpf sagte in einem separaten Interview mit der "Bilanz", die Refinanzierung des Kredits über 1,5 Mrd. für die Übernahme des Thurgauer Maschinenbauers Saurer sei geregelt: "Die Refinanzierung ist unter Dach und wird in den nächsten Wochen abgewickelt."

Stumpf wies Spekulationen zurück, wonach einzelne Unternehmensteile als Sicherheit verpfändet worden seien: "Es ist nichts verpfändet. Wir haben einen Kredit aufgenommen und zahlen dafür Zinsen." Über den Einstieg beim Winterthurer Industriekonzern Sulzer sei Verwaltungsratspräsident Ulf Berg Wochen im Voraus informiert worden. Es habe zwei Treffen gegeben.

Pecik bestätigte, dass beim Einstieg so genannte Cash-Settlement-Optionen eingesetzt wurden. Damit war es möglich, heimlich eine Beteiligung von 31 Prozent aufzubauen, ohne die Meldepflicht ab 5 Prozent beachten zu müssen. Das Parlament arbeitet an einer Schließung dieser Gesetzeslücke.

Welche Bank dabei half, wollte Pecik wegen der laufenden Untersuchungen der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) nicht sagen. Auch äußerte er sich nicht zur Vermutung, der Übernahmeversuch des Berner Technologiekonzerns Ascom habe er stoppen müssen, weil die Zürcher Kantonalbank (ZKB) nach dem Eklat um Sulzer das Aktienpaket nicht mehr lieferte. (APA/sda)

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