Förderprogramm Equal läuft Ende Juni aus

1. Juli 2007, 18:59
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Mit Ende Juni läuft in Österreich die europäische Gemeinschaftsinitiative aus, rund 104 Millionen Euro flossen für die Projekt nach Österreich

Wien - Mit Ende Juni läuft in Österreich die europäische Gemeinschaftsinitiative EQUAL aus. Durch die Initiative des Europäischen Sozialfonds für mehr und bessere Arbeitsplätze und dem Abbau der Zugangsbeschränkungen zum Arbeitsmarkt wurden seit 2001 hier zu Lande 111 Projekte mit den Schwerpunkten "Beschäftigungsfähigkeit", "Unternehmergeist", "Anpassungsfähigkeit" und Chancengleichheit gefördert. Von der EU flossen für diese Projekte 103,8 Mio. Euro nach Österreich, die Initiative wurde zu ca. 85 Prozent vom Wirtschaftsministerium, der Rest von Sozial- und Bildungsministerium in gleicher Höhe kofinanziert.

Zufrieden mit der auslaufenden Initiative ist das Wirtschaftsministerium. Mit der ausdrücklichen Vorgabe des Europäischen Sozialfonds, innovative Konzepte im Arbeitsmarktbereich zu erforschen und zu testen, seien Projekte möglich gewesen, die sonst wahrscheinlich nicht gemacht worden wären. Bewährte Projekte würden nach Auslaufen der Initiative oft weiter finanziert, die Finanzierung gehe dann zu den "eigentlich zuständigen Stellen" über, etwa Bundesländer, welche die Weiterführung eines Projekts für sinnvoll erachten. Zahlreiche Projektbetreiber würden in Verhandlungen für eine Weiterfinanzierung stehen, hieß es dazu aus dem Ministerium.

Nahezu 50 Prozent der Fördersumme - also rund 51,6 Mio. von der EU und 51,6 Mio. des Bundes - flossen in den Schwerpunkt "Beschäftigungsfähigkeit". 58 höchst unterschiedliche Projekte sollten dazu beitragen, den Zugang zum Arbeitsmarkt zu gewährleisten und Rassismus in der Arbeitswelt zu bekämpfen. Die Liste der Projekte reicht etwa vom "Telelernen für Haftinsassen" des Instituts für Rechts- und Kriminalsoziologie, das Häftlingen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern sollte, bis zur Initiative "Betriebe ohne Rassismus" des Wiener Integrationsfonds, mit der dem Rassismus in der Arbeitswelt auf den Leib gerückt werden sollte.

Weiterer Schwerpunkt

Ein weiterer Schwerpunkt der Initiative war der Bereich "Unternehmergeist", für 20 Projekte flossen je knapp 13,7 Mio. Euro von der EU und den Ministerien. Die Projekte in diesem Bereich - etwa die Erarbeitung eines nicht diskriminierenden Muster-Kollektivvertrags durch die Volkshilfe Österreich - sollten die Qualität von Arbeitsplätzen in der Sozialwirtschaft verbessern. Etwa gleichviel Geld floss in den Bereich "Anpassungsfähigkeit", mit acht Projekten sollten das "lebensbegleitende Lernen und die integrationsfördernde Arbeitsplatzgestaltung" gefördert werden.

Ein weiter Schwerpunkt der Initiative war die Chancengleichheit, also das Ziel "geschlechterspezifische Diskrepanzen und Desegregation" am Arbeitsmarkt abzubauen. Für die 18 Projekte in diesem Bereich, die etwa Mädchen und junge Frauen in nicht-traditionellen Berufen unterstützen sollten, flossen in den letzten Jahren 12,7 Mio. von der EU und noch einmal so viel vom Bund. Abseits der vier Schwerpunkte wendeten EU und Ministerin je 6,6 Mio. Euro auf, um mit sieben Projekten die Berufsaussichten von Asylwerbern zu verbessern. Weitere fünf Prozent der Mittel flossen in die Verwaltungsunterstützung der Initiative.

Insgesamt förderte der Europäische Sozialfonds über die Gemeinschaftsinitiative EQUAL in den 25 EU-Ländern 3.359 Projekte, die 3,274 Mrd. Euro kosteten. (APA)

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