Computerspieler schlüpfen in die Rolle von Captain Jack Sparrow

31. Juli 2007, 14:54
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"Verzweiflung macht aus Männern Piraten" - Den schwarzen Humor der Hollywood-Piraten um Johnny Depp hat Disney nun auch ins Computerspiel gebracht

Wenn Captain Jack Sparrow im Sarg von der Kerkerinsel paddelt, mit dem Bein eines Skeletts als Ruder, darf sich der Spieler von erbitterten Gefechten mit Gefängniswärtern erholen. Das Action-Adventure knüpft zunächst am zweiten Teil der Kinofilm-Trilogie an, ehe in Singapur der dritte Teil mit der Reise ans Ende der Welt beginnen kann. Piraten

"Verzweiflung macht aus Männern Piraten", wird den Spielern erklärt, sobald sie nach der Flucht aus dem Kerker glücklich in Port Royal landen. Dabei bieten die "Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt" kaum einen Grund zur Verzweiflung. Für Anfänger gibt es eine behutsame, die ersten Spielabschnitte begleitende Einführung, die erst nervig wird, wenn man eine Szene einmal wiederholen muss. So kann es passieren, dass man bei waghalsigen Kletterpartien von einer Klippe ins Meer stürzt und die Herausforderung von Neuem angehen muss. Überblick

Die stets richtige Orientierung garantieren die Rundumsicht in der 3D-Landschaft, eine Karte im Logbuch und ein Kompass in der Bildschirmecke rechts oben. Die Bedienung der Spielfigur wirkt überzeugend, zumindest im Test an der PlayStation 3. Nach der heftigen, wenn auch etwas einseitigen Kommunikation mit Unmengen von schlagkräftigen Gefängniswärtern wirkt die Gesellschaft am Hafen merkwürdig leblos. Erst wenn die Aufgabe gelöst ist, alle Steckbriefe von Will Turner von den Hauswänden zu entfernen, sind die britischen Soldaten zu einem kleinen Scharmützel bereit.

Einfach

Die Gegner sind zwar meist relativ einfach zu bezwingen, stehen aber teilweise immer wieder auf, wenn man den Befehl für den entscheidenden Hieb oder Schlag verpasst. Auch sollte man auf Besonderheiten im Gelände achten. Eine besondere Form des Kampfes sind Duelle, die wie in einem "Beat'em up" gestaltet sind, aber mit der Anweisung für bestimmte Säbelhiebe merkwürdig steif wirken. Immerhin sieht man hier auch, wenn es dem Gegner schlecht geht. Sonst färbt sich nur der eigene Lebensring bedrohlich rot und fängt zuletzt beklemmend an zu pochen. Abwechslung

Die insgesamt elf Level des Spiels werden aufgelockert durch kleine Aufgaben und die Jagd nach Ruhm, gemessen in Punkten. Zur Abwechslung darf man auch in andere Rollen der Filmgeschichte schlüpfen und die Geschichte in der Haut von Piratenbraut Elisabeth Swann vorantreiben. Weitere Rollen werden nach und nach freigeschaltet. Naja

Einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt der optisch-akustische Gesamteindruck des Spiels. Dialoge und Soundkulisse wirken etwas sparsam. Die während der Kämpfe gemachten Sprüche sind ziemlich nervend. Aber so steigt die Motivation, dem Gegner eine Niederlage zu bereiten. Die 3D-Grafik wird dem Anspruch der pittoresken Szenerie zwar zumindest teilweise gerecht, am schönsten im strömenden Regen. Potenzial verschenkt

Aber die Möglichkeiten der neuen Spielkonsolen oder hochauflösender Bildschirme kann das Piraten-Spiel kaum ausreizen. Disney Interactive bietet das Computerspiel für den PC sowie die Spielkonsolen PlayStation 2 und 3, PSP, Xbox 360, Nintendo Wii und Nintendo DS an. Die Box kostet je nach Plattform 40 bis 60 Euro. Bei der Altersfreigabe werden zwölf Jahre empfohlen. (ap)

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