Deutsche DekaBank will von Wien Osteuropa erschließen

2. Juli 2007, 14:31
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Vorerst keine Repräsentanz in Russland geplant - CEE-Volumen soll jährlich zwischen sieben und zehn Prozent steigen

Wien - Die deutsche Sparkassenfondsgesellschaft DekaBank, mit einem verwalteten Fondsvermögen von aktuell 187 Mrd. Euro einer der größten Anbieter von Publikums- und Spezialfonds in Deutschland, will mit ihrer jungen Repräsentanz in Wien intensiv den österreichischen und mitteleuropäischen Markt bearbeiten. Konkret will man "in den nächsten drei bis vier Jahren" schrittweise die Länder Ungarn, Polen, Kroatien, Tschechien, Slowenien und die Slowakei erschließen, erklärten Deka-Manager Thomas Killius und Rüdiger Daberkow heute, Mittwoch, vor Journalisten in Wien. Dort müsse man "in absehbarer Zeit auch vor Ort sein", so Killius.

Beginnen will Deka mit Ungarn, wo man sich bei den zu öffnenden Pensionsfonds unter den ersten Ausländern positionieren will. Russland sei zweifellos "einer der Zukunftsmärkte", eine Präsenz sei dort aber auf absehbare Zeit nicht vorgesehen, erklärte Killius. Man wolle Russland aber durchaus mit Partnern bearbeiten. Die Schließung einer früheren Repräsentanz in Polen sei ein Fehler gewesen, wurde offen eingeräumt.

Repräsentanzen

Die DekaBank, der zentrale Asset Manager der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe, unterhält außerhalb Deutschlands Repräsentanzen in Italien, Spanien der Schweiz sowie in Chile, von wo aus man eine strategische Kooperation für Gesamt-Lateinamerika betreibt. Ein Vertriebsfokus liegt auch auf Japan und dem Mittleren Osten. Deka ist dauerhafter Vertriebspartner von 457 deutschen Sparkassen und elf Landesbanken, die zusammen auch den Eigentümer-Kernstock bilden.

Österreich sei auch für sich genommen "einer der wichtigsten Anlagemärkte", hier habe bereits ein Verdrängungswettbewerb eingesetzt, erklärte Österreich-Vertriebsdirektor Paul Varga. Als gebürtiger Ungar soll er auch federführend das östliche Nachbarland aufbereiten. Aktuell seien 38 Deka-Fonds in Österreich zugelassen, mit denen man bei den 16 Kooperationspartnern - darunter auch Platzhirsche wie die Erste Bank oder Raiffeisen - punkten will. Der Vertrieb soll insbesondere über die einheimischen Banken erfolgen.

Deka wolle in Österreich nicht nur als Fondsanbieter auftreten, sondern als zentraler Asset Manager und Dienstleister, der auch dem Beratungsanspruch gerecht werde, sagte Killius. Deka wolle extrem "kundenzentriert" agieren, im Bedarfsfall könnten nachgefragte Produkte in zwei Monaten entwickelt auf den Markt gebracht werden.

In Summe betreut die DekaBank in Mitteleuropa (CEE) rund 5,3 Mrd. Euro, davon 1,2 Mrd. Euro in Österreich. Dieser Wert soll jährlich zwischen 7 und 10 Prozent wachsen. In manchen CEE-Ländern sei man bereits auf der Suche nach hochwertigen Anlagemöglichkeiten, mitunter gebe es da bereits ein "Materialproblem", so Killius.

Leiter der Wiener DekaBank-Repräsentanz ist Harald Seisenbacher (46), Verkaufsdirektor ist Paul Varga (52), Seisenbacher war zuletzt bei Raiffeisen International (RI) für das gesamte Fondsgeschäft in den Netzwerkbanken in Mittel- und Osteuropa (CEE) zuständig.

Deutscher Marktführer bei Dachfonds

Die DekaBank sieht sich bei Dachfonds und der Fondsgebundenen Vermögensverwaltung als deutscher Marktführer, in diesen Bereichen verwaltet man zusammen knapp 44 Mrd. Euro. In Publikumsfonds werden insgesamt 140,3 Mrd. Euro, in Spezialfonds 46,2 Mrd. und bei Immobilienfonds 17,3 Mrd. Euro Fondsvermögen verwaltet. Mit 5,2 Mio. Depots ist Deka auch größter Depotverwalter in Deutschland.

Nach der Sanierung im Vorjahr sei Deka jetzt "sehr schlank aufgestellt" und befinde sich wieder auf Wachstumskurs. Der Nachsteuergewinn kletterte 2006 um gut ein Prozent auf 345 Mio. Euro. Bei den Provisionen, die rund drei Viertel der Gesamterträge ausmachen, legte das Ergebnis deutlich zu, während es im Zinsergebnis kräftige Einbußen gab. Die gesamten Erträge stiegen im Vergleich zu 2005 um fast fünf Prozent auf 1,2 Mrd. Euro. (APA)

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