Med-Uni Wien: Seit 2003 Drittmittel-Anteil fast verdoppelt

13. Juli 2007, 12:17
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"Gezielte Politik" - FWF-Förderung bewusst eingesetzt

Wien (APA) - Die Medizinische Universität Wien (MUW) hat seit der Ausgliederung aus der Bundesverwaltung den Anteil an eingeworbenen Drittmittel fast verdoppelt. 2006 standen der MUW insgesamt 60 Mio. Euro Drittmittel zur Verfügung, 2003 waren es 34 Mio. Euro. Dabei hat sich in diesem Zeitraum der Anteil der vom Wissenschaftsfonds FWF eingeworbenen Gelder von 7,2 auf 13,3 Mio. Euro erhöht. "Das war eine gezielte Politik, das so zu steigern", betonte MUW-Rektor Wolfgang Schütz am Mittwoch bei einem Pressegespräch mit FWF-Präsident Christoph Kratky.

Bewusste Profilbildung

Derzeit beträgt laut Schütz der Anteil der Drittmittel am Gesamtbudget der Med-Uni (rund 300 Mio. Euro) 20 Prozent. Im Vergleich zu den Medizinischen Universitäten im deutschsprachigen Raum liege man damit an dritter Stelle von 36 Institutionen.

Die MUW habe die FWF-Förderung bewusst für die Stärkung ihrer Forschungsschwerpunkte und damit zur Profilbildung eingesetzt, betonte Schütz. Es bestehe eine enge Korrelation zwischen wissenschaftlichen Publikationen und Höhe der eingeworbenen Drittmittel. Zudem unterstütze die MUW jene Gruppen, die solche Gelder einwerben, auch durch Infrastrukturmittel aus dem Globalbudget.

"Kluge Strategie"

Entscheidend ist die Unterstützung des FWF auch bei den Doktoratstudien und damit für die Nachwuchsförderung. Derzeit sind drei vom FWF geförderte Doktoratskollegs eingerichtet. Beim Antrag für die erste derartige Wissenschafterschmiede habe die MUW den FWF "fast geschockt", und zwar mit dem Angebot, die Zahl der vom Fonds geförderten Doktoranden mit eigenen Mitteln zu verdoppeln. So sind derzeit insgesamt 48 Doktoranden in diesen Doktoratskollegs. Dies sei eine "kluge Strategie", der sich mittlerweile alle Medizin-Unis angeschlossen hätten, sagte Kratky.

Stärkste Fördernehmer

Die MUW liegt im Ranking der stärksten Fördernehmer beim FWF hinter der Universität Wien und der Technischen Universität Wien an dritter Stelle. Und das, "obwohl kaum klinische Projekte finanziert werden", so Kratky. Die FWF-Mittel kämen zum Großteil den theoretischen Fächern wie Pathologie oder Molekularbiologie zu Gute. Dies sei ein allgemeines Phänomen an den Medizin-Unis, betonte Kratky. So würden alle klinischen Fächer zusammen vom FWF nur halb so viel Geld erhalten wie die Molekularbiologie alleine. Dabei würde sich etwa das "Translational Program" des FWF durchaus für die anwendungsnahe klinische Forschung eignen, bisher sei da aber noch nicht viel von den Medizin-Unis gekommen. (APA)

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