Jenoptik vor personellem Neubeginn

10. Juli 2007, 11:31
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Nach einem drastischen Konzernumbau steht die ostdeutsche Jenoptik vor einem personellen Einschnitt

Berlin - Nach einem drastischen Konzernumbau steht die ostdeutsche Jenoptik vor einem personellen Einschnitt. Vorstandschef Alexander von Witzleben verabschiedete sich am Mittwoch bei der Hauptversammlung in Weimar. Er verlässt den Konzern zusammen mit Gründer Lothar Späth.

"Ich bin stolz und dankbar, dass ich die Geschichte der Jenoptik über einen so langen Zeitraum mitgestalten konnte", sagte Witzleben, der den Konzern vier Jahre geführt hat und davor Finanzvorstand war. Im Juli wechselt er als Vorstand zum Mischkonzern Haniel. Mit ihm geht auch sein Vorgänger Lothar Späth, der das Unternehmen aus der Konkursmasse der DDR übernommen und an die Börse gebracht hatte. Zuletzt war er Chef des Jenoptik-Aufsichtsrates. Mit Späth scheiden sechs weitere Mitglieder des Kontrollgremiums aus.

Witzleben betrieb die Abspaltung der größten Konzernsparte, dem Anlagenbau für die Halbleiter- und Flachbildschirmindustrie. Nach einem gescheiterten Börsengang wurde der wenig profitable Bereich an einen Investor verkauft. Damit trennte sich Jenoptik von rund drei Viertel des Umsatzes und seiner damals mehr als 10.000 Mitarbeiter.

Neustart

"2006 haben wir mit dem Erreichten einen Start der neuen Jenoptik gezeigt, wie wir ihn erhofft hatten", sagte Witzleben. Die Hoffnung, mit der Konzentration auf die Optik-Sparte (Laser, Militärtechnik, Blitzgeräte) auch den Aktienkurs des Unternehmens zu beflügeln, erfüllte sich allerdings nicht. Auch im vergangenen Jahr entwickelte sich das Papier deutlich schlechter als der TecDax, in dem die Aktie notiert ist.

Witzleben bekräftigte am Mittwoch die Jahresprognose des Konzerns: Der Umsatz wird danach zwischen 510 und 535 Mio. Euro liegen, die operative Gewinnmarge zwischen 7,5 und 8,O Prozent. Vor allem das Lasergeschäft soll sich weiter stark entwickeln.

Witzlebens Nachfolger wird sein Vorstandskollege Michael Mertin, der im vergangenen Jahr von Carl Zeiss zu Jenoptik wechselte. Finanzvorstand wird Frank Einhelliger, der Leiter der Abteilung Finanzen. (APA/Reuters)

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