Tele2UTA wird Tele2

31. Juli 2007, 11:04
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Die Marke UTA ist nun endgültig vom österreichischen Markt verschwunden - Neustart mit Shops und Geschäftskundenfokus

Wien - Die Marke UTA ist mit heutigem Tag endgültig vom österreichischen Markt verschwunden. Nachdem der Telekom-Pionier im Oktober 2004 von dem schwedischen Konzern Tele2 für 213 Mio. Euro übernommen und in Tele2UTA umgetauft wurde, verschwindet nun die Bezeichnung UTA aus dem Firmennamen.

Die Umbenennung erfolgt im konzernweiten Gleichklang und geht mit einer Service- und Geschäftskundenoffensive einher, erklärte Tele2 Österrreich-Chef Robert Hackl am Mittwoch vor Journalisten. Tele2 ist hinter dem Ex-Monopolisten Telekom Austria und neben UPC der größte Telekom-Komplettanbieter in Österreich.

So wurden vorerst 16 Tele2-Shops eröffnet - davon ein eigener, der Rest sind Shops-in-Shops mit eigenständigen Kaufleuten - und 35 Business-Partner gewonnen. Die Partnerverträge für die Business-to-Business-Betreuung sollen bis Jahresende auf 100 erweitert werden. Derzeit hat Tele2 rund 50.000 Kunden in diesem Geschäftsbereich, die 50 Prozent des Gesamtumsatzes einbringen. Davon entfallen 60 Prozent auf Geschäftskunden und 40 Prozent auf das Netzwerkgeschäft. In den kommenden drei Jahren will Hackl das B2B-Gechäft verdoppeln.

Dafür soll in den nächsten Monaten auch ein Mobilfunkangebot gestartet werden, das auf den Geschäftsbereich abzielt. Wer der Partner für das Datenkartenangebot werden soll, wollte Tele2 heute noch nicht verraten. Hackl stellte aber klar, dass er nicht an einen Kauf des drittgrößten österreichischen Mobilfunkbetreibers One interessiert sei. Er geht aber davon aus, dass der One-Verkauf in den nächsten Wochen über die Bühne geht. Tele2 hat gut 160.000 Mobilfunkkunden, die Netzinfrastruktur kommt von One.

Nicht außergewöhnlich

Unter der Dachmarke Tele2 firmieren ab heute die drei Geschäftsbereiche Tele2 "Warum mehr bezahlen" (Privatkunden), Tele2 "Business" (Geschäftskunden) und Tele2 "Carrier Services" (Netzwerkgeschäft). Dass die Marke "UTA" nun endgültig verschwindet ist für Hackl nichts außergewöhnliches. "Irgendwann musste eine klare Positionierung am Markt mit einer Marke erfolgen", erklärte er. Eine Umstellung bestehender E-Mailadressen werde es aber nicht geben.

Was die überdurchschnittlich vielen Beschwerden von Kunden bei der Schlichtungsstelle der Telekom-Regulierungsbehörde RTR über Tele2 betrifft, zeigte sich Hackl reumütig. Hier habe sich aber schon einiges gebessert und der Ausbau des Kundenservices sei neben der Geschäftskundenoffensive der Fokus von Tele2.

Heftige Kritik gab es einemal mehr für den Platzhirschen Telekom Austria (TA), den die UTA zuletzt zweimal - davon einmal die TA-Tochter eTel - wegen "irreführender Werbung" geklagt hatte. Vorwurf: Die Telekom verschweige die Grundgebühr und dass sich der Preis des Angebotes nach sechs Monaten verdopple. Hackl meinte dazu: "Die Telekom ist außer Rand und Band. Ich habe so eine Werbung noch auf keinem Markt gesehen."

Tele2 - bzw. damals noch Tele2UTA - erzielte 2006 nach Eigenangaben ein positives Nettoergebnis in einstelliger Millionenhöhe. Der Umsatz blieb mit 300 Mio. Euro stabil. Die Mitarbeiterzahl betrug 350, mittlerweile wurde sie wie angekündigt auf 370 erhöht. Das Unternehmen hat 1,2 Mio. Kunden, davon gut 100.000 im Bereich Breitband-Internet.

Die UTA war Ende der 90er-Jahre zu Beginn der Telekom-Liberalisierung von den heimischen Energieversorgern gegründet worden und später an die staatliche Schweizer Swisscom verkauft worden. 2001 zog sich die Swisscom von dem angeschlagenen Unternehmen zurück und verzichtete dabei auf Darlehensforderungen von 142 Mio. Euro, um den Fortbestand des damals hochdefizitären Unternehmens zu sichern. (APA)

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