Museum Ludwig: Nonne und Künstlerin

12. Juni 2007, 13:22
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Sie gilt als Wegbereiterin der politisch motivierten Pop-Art der 60er-Jahre: Die katholische Nonne Sister Corita (1918-1986)

Sie illustriert in ihren Siebdrucken die in den 60er-Jahren noch etwas spannendere Diskussion zwischen Religion und Politik.

Zeitgenossen wie Ray und Charles Eames oder Buckminster Fuller hatten aufgrund ihres vielfältigen Engagements eine hohe Meinung von ihr, und jüngere Künstler wie Ed Ruscha oder Mike Kelley sprechen sogar vom Einfluss ihres innovativen Grafikdesigns auf das eigene Werk. Sister Maria Corita Kent war katholische Nonne im Orden Immaculate Heart of Mary in Los Angeles, wo sie Ende der 50er-Jahre als eine der Ersten begann, die hohe mit der angewandten Kunst zusammenzudenken.

Das Ergebnis waren Siebdrucke, in denen sie mit Bildern, Texten, abstrakten Mustern und kräftigen Farben gegen soziales Unrecht und den Vietnamkrieg Stellung bezog. Die von der amerikanischen Künstlerin Julie Ault gemeinsam mit der Kuratorin Nina Gülicher kuratierte Ausstellung "Leute wie wir" präsentiert ihre Arbeiten zum ersten Mal in einer Einzelausstellung in Deutschland und zeigt eine Auswahl von etwa 40 Siebdrucken und Buchpublikationen aus den 1960er-Jahren. (cb, DER STANDARD, Printausgabe, 06.06.2007)

Museum Ludwig
Bischofsgartenstraße 1, Köln
www.museum-ludwig.de
  • "American Sampler" von Sister Corita, 1969, Courtesy Corita Art Center, Immaculate Heart Community, Los Angeles.
    foto: joshua m. white

    "American Sampler" von Sister Corita, 1969, Courtesy Corita Art Center, Immaculate Heart Community, Los Angeles.

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