Lagerhäuser profitieren von investitionsfreudigen Bauern

10. Juli 2007, 11:31
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RWA meldet für 2006 Umsatzzuwächse in allen Geschäftsfeldern, im laufenden Jahr solle die Lage stabil bleiben

Wien - Der heimische Lagerhausverbund Raiffeisen Ware Austria (RWA) und die in der Gruppe zusammengefassten 44 Lagerhäuser profitieren weiterhin von der guten Stimmung und den steigenden Investitionen in der Landwirtschaft. Sowohl im Konzern als auch bei den Lagerhäusern ist der Umsatz 2006 in allen Geschäftsfeldern gestiegen. Auch der Start ins Jahr 2007 verlief vor allem witterungsbedingt erfolgreich, wie RWA-Generaldirektor Klaus Buchleitner bei der Bilanzpressekonferenz in Wien erläuterte.

Die RWA-Lagerhäuser in Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und dem Burgenland erwirtschafteten 2006 einen Gesamtumsatz von 2,6 Mrd. Euro, was einem Plus von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Der Umsatz aller 99 Lagerhäuser Österreichs beträgt nach bisher vorliegenden Zahlen kumuliert 3,6 Mrd. Euro.

Der RWA-Konzern hat 2006 einen Umsatz von 1,925 Mrd. Euro erwirtschaftet, um 8,1 Prozent mehr als 2005. Das operative Ergebnis vor Steuern stieg von 16,9 Mio. Euro im Jahr 2005 auf 21,9 Mio. Euro 2006, das EGT verbesserte sich von 20,3 auf 28,1 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote lag bei 33,6 Prozent.

Später Saisonstart

"Die Aufholjagd nach einem witterungsbedingt späten Saisonstart ist gelungen. Sehr positiv hat sich der milde Winter, besonders im Baustoffhandel und bei Dienstleistungen, ausgewirkt", kommentierte der RWA-Chef die gute Entwicklung der Lagerhäuser. Neben Österreich habe sich aber auch das Osteuropa-Geschäft positiv auf die Bilanz ausgewirkt. Zentraler Wachstumsschritt sei die Akquisition von Saatgut-Standorten in der Slowakei gewesen. Auch die RWA-Beteiligungen, insbesondere Ybbstaler Fruchtsaft, hätten stark zugelegt.

Insgesamt betreiben die 44 RWA-Lagerhäuser zusammen 833 Betriebsstandorte in den Bundesländern Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark, davon 355 Bau- & Gartenmärkte sowie 164 Werkstätten. Sie beschäftigen 8.861 Mitarbeiter, davon 1.040 Lehrlinge. 2006 investierten RWA und Lagerhäuser rund 75 Mio. Euro in den Ausbau regionaler Standorte und Kompetenzzentren. In den 99 Lagerhäusern in ganz Österreich sind 11.134 Mitarbeiter beschäftigt.

Umsatzplus in allen Bereichen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben die im RWA-Verbund zusammengefassten 44 Lagerhäuser in NÖ, OÖ, der Steiermark und dem Burgenland in allen Geschäftsfeldern zugelegt. Im Agrargeschäft konnten die Lagerhäuser den Umsatz von 595 auf 650 Mio. Euro ausbauen, was auf die qualitativ hochwertige Ernte und die daraus resultierenden Preissteigerungen für landwirtschaftliche Erzeugnisse (vor allem bei Weizen) zurückzuführen sei. Auch der Holzmarkt boomte.

Beim Energiegeschäft, mit 29 Prozent größter Umsatzbringer, schlossen die Lagerhäuser 2006 mit einem Umsatz von 757 Mio. Euro ab, nach 680 Mio. Euro. Mengenmäßig wurde rund 1 Mio. t fester und flüssiger Treib- und Brennstoffe abgesetzt. Die Angebotsschwankungen bei Holzpellets- und Holzbriketts seien abgefangen worden, hieß es.

Die positive Grundstimmung bei den heimischen Landwirten zeigt sich besonders im Bereich Technik, wo der Umsatz von 375 auf 402 Mio. Euro gestiegen ist. 2006 hat die Lagerhausgruppe knapp 2.000 Neutraktoren verkauft. Die Gesamtzulassungen in Österreich lagen bei 7.780 Traktoren und damit deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von rund 6.700 Traktoren. Neben dem Traktorenbereich verzeichneten vor allem Maschinen und Geräte für Grünland, Pflanzenschutz und Forstwirtschaft deutliche Zuwächse.

Trendwende im Baugeschäft

Nachdem in den ersten beiden Quartalen 2006 witterungsbedingt sehr starke Rückgänge im Baugeschäft zu verbuchen waren, kam es in der zweiten Jahreshälfte zu einer Trendwende, die sich in einem Umsatzplus bei Baustoffen von 349 auf 370 Mio. Euro niederschlug. Auch die strategische Neuausrichtung - vom reinen Produktanbieter hin zum Komplettanbieter für Baustoffe und Baudienstleistungen - habe sich positiv ausgewirkt.

Bei den Baustoffen kämpfe man mit "hauchdünnen Margen", weshalb aus Kostengründen ab 2007 dieses Geschäftsfeld in die direkte Abwicklung der Lagerhäuser übergeben werde und nicht mehr über die RWA laufe, erläuterte RWA-Generaldirektor Klaus Buchleitner. Damit fließe ein Buchungsumsatz von 170 Mio. Euro von der RWA zu den Lagerhäusern.

In den Bau- und Gartenmärkten erwirtschafteten die Lagerhäuser einen Umsatz von 336 Mio. Euro, nach 322 Mio. Euro 2005. Die Entwicklung im Geschäft mit Garten, Werkzeug und Textilien sei gut gewesen, in den schwierigen Sortimentsbereichen Lebensmittel, Waschmittel und Tiernahrung verlief die Entwicklung eher mäßig, hieß es.

Bei den Dienstleistungen ist der Umsatz 2006 mit 109 (107) Mio. Euro stabil geblieben.

Für das laufende Geschäftsjahr 2007 hofft Buchleitner, bei den Lagerhäusern den Umsatz von 2006 zumindest halten zu können. Im RWA-Konzern werde sich das Energie-Geschäft und das Wegfallen des Baustoff-Bereiches umsatzmindernd auswirken. Der RWA-Chef rechnet mit einem Umsatz von 1,7 Mrd. Euro. (APA)

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    foto: standard/alpine
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