Polnischer Koma-Patient war "nur" gelähmt

26. Juli 2007, 12:49
posten

Mediziner widersprech­en: Patient sei nicht 19 Jahre im Koma gelegen - 65-Jähriger konnte aufgrund einer Lähmung nicht kommunizieren

Warschau - Ein 65-jähriger Pole ist wahrscheinlich doch nicht 19 Jahre lang im Koma gelegen, sondern soll gelähmt, aber bei Bewusstsein gewesen sein. Zu diesem Ergebnis kamen polnische Neurologen und andere Fachärzte, nachdem sie den Fall des Koma- Patienten Jan Grzebski genauer untersucht haben. "Es war kein echtes Koma", urteilte Miroslaw Zabek, Leiter der Neurochirurgischen Klinik in Warschau.

Vier Jahre im Koma

Polnische Medien hatten am Wochenende berichtet, dass der 65 Jahre alte Eisenbahner im April angeblich nach 19 Jahren aus dem Koma erwacht sei. Das Ende des Kommunismus hätte er somit verschlafen.

Nun kamen Ärzte zu einem anderen Schluss: Grzebski lag "nur" vier Jahre lang in einem echten Koma. In den Folgejahren konnte er allerdings wegen seiner Lähmung nicht mit Ärzten und Angehörigen kommunizieren. Der Mann habe aber aus eigener Kraft geatmet und könne sich auch an Ereignisse während des angeblichen Komas erinnern.

Ehefrau pflegte unermüdlich

Dennoch ist die Genesung des Eisenbahners, der 1988 bei einem Arbeitsunfall schwer verletzt worden war, für die Ärzte ein kleines Wunder. Sie schreiben sie vor allem der unermüdlichen Pflege von Ehefrau Gertruda zu. Im Gegensatz zu den Medizinern hatte sie nie die Hoffnung aufgegeben.

Die Ärzte bekamen erste Zweifel an dem 19 Jahre dauernden Koma, nachdem Grzebski selbst berichtet hatte, er habe seine Umwelt zwar wahr genommen, sich aber nicht äußern können. Auch habe er bereits in den vergangenen Monaten zu sprechen versucht. (APA/dpa)

Share if you care.