In den 80er-Jahren kämpfte er gegen die bayerische Nuklear-Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf und besuchte in Wien die Opernballdemo. Heute ist er vor allem in deutschen Großstädten zu Hause. Seinen Namen bezog er von der italienischen Bewegung "Autonomia Operaia" - "Arbeiterautonomie", die Ende der 1960er Sabotageakte in Fabriken durchführte und sich mit der Polizei prügelte. Die Bewegung definierte sich über die Abgrenzung von Gewerkschaften und der Kommunistischen Partei. Sie wollte ganz auf Organisation und Führung verzichten. Der Autonome hat einen Hang zur Paranoia, er glaubt, dauernd bespitzelt zu werden. Jede Kamera scheint extra für ihn installiert und auf ihn gerichtet zu sein. Dass die Polizei sich so sehr für ihn interessiert, verleiht ihm Bedeutung und hilft ihm, die Negativprojektionen auf sein Feindbild zu verstärken.
Die Abgrenzung zu den "Normalos", "Faschos" und "Bullen" erleichtert ihm zudem die Selbstfindung. Der Autonome verfügt über kein einheitliches strategisches Konzept, aber über Ideologiefragmente wie Antiimperialismus, Anarchie und Antinationalismus. Er hält den Staat für gewalttätig und glaubt, seine eigene Gewaltbereitschaft dadurch legitimieren zu können. Unterstützt wird dies von seiner Vorstellung, überall von Faschisten umgeben zu sein. Der Autonome verroht zusehends, sagt der deutsche Verfassungsschutz. Er ruft unverhohlen zur Gewalt auf ("Zwischen Helm und Nasenbein passt immer noch ein Pflasterstein"), verletzt Menschen und zerstört Auslagen.
In den letzten Jahren nimmt er gerne an Antiglobalisierungsdemonstrationen teil. Dann findet er sich mit seinesgleichen im Schwarzen Block zusammen und schiebt die Kapuze seiner Jacke über den Kopf, um nicht identifiziert zu werden.
Seit Beginn der zweiten Intifada und 9/11 hat er sich mit einigen Freunden zerstritten. Wenn er von der antideutschen Fraktion ist, kritisiert er den innerlinken Antisemitismus der Antiimperialisten heftig. Der Autonome ist etwa 18 bis 28 Jahre alt. Oft kommt er aus bürgerlichem Milieu. Lohnarbeit lehnt er ab, bezieht aber zuweilen Sozialhilfe. Den Nachwuchs rekrutiert er nicht selbst, überprüft ihn aber genauestens.
In Österreich wohnt der Autonome am ehesten im Wiener Ernst-Kirchweger-Haus, seit 1988 das besetzte Haus in der Aegidigasse geräumt wurde. (Adelheid Wölfl/DER STANDARD, Printausgabe, 5.6.2007)
dass es immer noch ein wenig tiefer als bild geht, beweist "der standard" hier.
danke für diesen feldversuch in angewandtem gossenjournalismus.
intelligenz ist die hürde, die zu meistern hat, wer den vielbeschworenen "qualitätsjournalismus" hinkriegen will. in diesem fall lag die latte tief und wurde einfach überrannt.
abgesehen davon, dass diese Charakterisierung 'des Autonomen' voller trivialer Klischees steckt: bekanntlich gibt es auch DIE Autonome; peinlich, dass der Schreiberin sowas nicht auffällt, und peinlich dieser ganze Kopf des Tages...eher Bildzeitungsniveau.
das würde den Rahmen wahrscheinlich sprengen, zumal es im Zuge dieser Erklärung zu einer politischen Emotionalisierung kommen würde. Dieser Bericht ist allerdings eine journalistische Bankrotterklärung.
Eine Zusammenfassung des Wikipediaartikels über Autoneme, durchsetzt von der eindeutig verfärbten Meinung der Schreibenden.
besteht nicht nur aus Autonomen, sondern verschiedenen extremistischen Strömungen. Es ist auch keine Organisation sondern eine Taktik. Die Mitglieder die sich meist nicht kennen, formieren sich spontan. Ddaurch ist er auch ein leichtes Ziel für agents provokteur.
das führt doch nur zu blauen flecken, schädeltraumen, zahnlosen mundhöhlen , und generell zum verlust an energie.
es wäre viel besser ein netz geheimer untergrundorganisationen, im sinne eines weltumpspannenden netzes von accra bis detroit, von wien bis kuala lumpur zu knüpfen, das die besten köpfe revolutionär gesinnter jugendlicher in einen 20-30 jährigen plan einbezieht.
Quasi jakobbiner auf globaler ebene
ab den 2030er jahren könnten die ersten koordinierten aktionen und zwar gleichzeitig und global, das system ins wanken bringen.
zum schein könnte man bis dahin ja noch weiterdemonstrieren.
Ein manifest müßte man natürlich auch schreiben.
glauben würde es sowieso keiner von der gegenseite.
aber es könnte funktionieren.
Übrigens: "Daher kommt auch seine Sympathie für terroristische Gruppen wie die RAF"
Glaube ich nicht. Die RAF hatte eine sehr eigene/elitäre Vorstellung von Widerstand gegen den Kapitalismus, die jener der Autonomen überhaupt nicht enstpricht. Die politische Strategie der RAF (vor allem das Liquidieren von Menschen) wird von den Autonomen allgemein als konterrevolutionär betrachtet.
... liquidieren als kontrarevolutionaer empfunden ... ????
ja, okay, die meisten lehnen das ab, keine frage (dem widersprech ich auch nicht), aber solche begriffe wie kontrarevolutionaer werden genauso haeufig abgelehnt.
stammen derartige begriffe doch aus einer bewegung, die nur allzu gerne anarchistInnen, autonome als kontras bezeichnete/bezeichnet.
... weil ja bereits gesagt wurde, es gibt _die_ autonome nicht, daher kann auch nicht gesagt werden, _die_ autonome lehnen das und das ab.
leider gibts genug faelle, wo die personalisierte kapitalismus-kritik immer wieder zu tage kommt (aber nicht nur bei "den" autonomen).
was ist nur los mit dem standard? die ganze g8 berichterstattung ist eine farce. sogar orf.on hat objektiver über die proteste berichtet. scheinbar will sich der standard eine neue leserInnenschaft aufbauen. aber eins müsst ihr euch merken: um wirklich konkurrenzfähig gegen die krone antreten wollt, braucht ihr mehr bilder !
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.