Einigung um Mahnmal für NS-verfolgte Homosexuelle erzielt

12. Juni 2007, 13:22
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Der Standort Berlin war bereits fixiert, das Detailkonzept nach Diskussion um "vergessene Frauen" steht nun auch

Berlin - In Berlin wird ein Mahnmal für die in der NS-Zeit verfolgten Homosexuellen gebaut. Über den Entwurf sei jetzt eine Einigung erzielt worden, teilte das Büro des Kulturstaatsministers Bernd Neumann am Montag mit.

Neumann habe sich mit dem Lesben- und Schwulenverband sowie den Künstlern Michael Elmgreen und Ingar Dragset und den Bundestagsfraktionen auf das Konzept verständigt. Das Mahnmal, das an die Verfolgung und Ermordung von Schwulen und Lesben von 1933 bis 1945 erinnern soll, solle noch in diesem Jahr am südlichen Rand des Tiergartens in der Nähe des Reichstags gebaut werden.

Finanzierung und Konzept

Für die Finanzierung hat die Bundesregierung 600.000 Euro zugesagt, Berlin stellt den Standort für das Denkmal zur Verfügung. Im Dezember 2003 hatte der Bundestag beschlossen, mit dem Denkmal ein Zeichen gegen Intoleranz und Ausgrenzung von Schwulen und Lesben zu setzen. Das Künstlerduo Elmgreen und Dragset hatte den Wettbewerb mit seinem Entwurf gewonnen.

Dann entwickelte sich eine Diskussion um das Konzept des Mahnmals, nachdem die von Alice Schwarzer herausgegebene Zeitschrift "Emma" an dem Entwurf moniert hatte, "mal wieder die Frauen vergessen" zu haben; in der Folge konnten Prominente für eine Unterschriftenaktion zur Detail-Änderung gewonnen werden.

Das Mahnmal wird als Kubus gestaltet werden, in dessen Ecke ein Fenster eingeschnitten ist, wo für Betrachter eine Filmsequenz zu sehen ist. Da sich im Nationalsozialismus die Homosexuellen-Verfolgung primär auf Männer konzentriert hatte, wird als Startvideo ein küssendes Männerpaar gezeigt. Im Zwei-Jahres-Rhythmus sollen aber auch Bilder von Frauen gezeigt werden. In der NS-Zeit wurden Schätzungen zufolge 54.000 Homosexuelle verurteilt, rund 7.000 wurden in Konzentrationslagern ermordet. (APA/dpa/red)

  • Nach ihrem Entwurf wird das Mahnmal gebaut: Michael Elmgreen und Ingar Dragset
    foto: eise frederiksen

    Nach ihrem Entwurf wird das Mahnmal gebaut: Michael Elmgreen und Ingar Dragset

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