"Bahasa Malaysia" statt "Bahasa Melayu"

11. Juni 2007, 12:43
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Auch der Name von Sprachen selbst kann sich ändern, wenn es entsprechende politische Interessen gibt

Kuala Lumpur - Malaysia hat den Namen seiner Sprache geändert. Damit will das Land den verschiedenen Bevölkerungsgruppen ein stärkeres "Wir-Gefühl" vermitteln. Die Sprache heißt ab sofort "Bahasa Malaysia" - malaysische Sprache, und nicht mehr "Bahasa Melayu" - also malayische Sprache. Sprachlich liegt der Unterschied zwar nur in wenigen Buchstaben, in der malaysischen Gesellschaft hat das aber große Bedeutung. "Es soll die Sprache aller sein, unabhängig von Abstammung und Rasse", sagte der stellvertretende Premierminister Najib Razak am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur Bernama.

Nur 60 Prozent der 26 Millionen Malaysier sind ethnische Malayen. Die anderen sind Abkömmlinge von Einwanderern vor allem aus China und Indien. Sie werden nach der Verfassung als Bürger zweiter Klasse behandelt. Für Malayen und Angehörige von indigenen Völkern im malaysischen Teil Borneos gibt es unter anderem feste Quoten bei Arbeitsplätzen und Studienplätzen und Bevorzugung etwa beim Kauf von Land und Eigentum. Hintergrund ist, dass die Malayen Jahrzehnte lang unter den wirtschaftlich erfolgreichen chinesischen Einwanderern die Unterklasse bildeten. (APA/dpa)

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