Selbstmorde in französischen Firmen

1. Juli 2007, 17:29
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Nach der Suizidserie bei Renault und EdF begingen nun vier Arbeiter bei Peugeot-Citroën Selbstmord, ein Gewerkschafter spricht von "starkem Druck am Arbeitsplatz"

Mülhausen - Nach Selbstmordserien bei anderen französischen Firmen haben sich auch bei Peugeot-Citroën mehrere Arbeiter umgebracht. Die vier Beschäftigten seien allesamt in einem Automobilwerk im elsässischen Mülhausen angestellt gewesen, wie die Gewerkschaft CGT am Montag bekannt gab. Der erste Suizid ereignete sich demnach im April im Werk selbst, die anderen außerhalb der Anlage in den ersten Mai-Tagen. "Wir sind sehr besorgt", sagte Gewerkschafter Vincent Duse und klagte über "starken Druck am Arbeitsplatz".

Ein Werkssprecher betonte, die Ursachen für einen Selbstmord seien stets "sehr komplex". Noch in diesem Monat werde das Unternehmen eine Arbeitsgruppe einrichten, um die Fälle zu untersuchen. "Wir denken an die Angehörigen und Freunde." Die tragische Serie weckte Erinnerungen an drei Selbstmorde von Angestellten eines Renault-Entwicklungszentrums bei Paris.

Renault-Chef Renault Carlos Ghosn hatte eingeräumt, in der Belegschaft seien mit Blick auf die hochgesteckten Ziele seines Unternehmens "objektiv gesehen sehr große Spannungen". Der erste der Selbstmorde, der Tod eines 39-jährigen Ingenieurs im vergangenen Oktober, wurde aber von der Krankenversicherung als Arbeitsunfall eingestuft. Auch beim französischen Stromkonzern EdF hatte Mitte April eine Selbstmord-Serie von Mitarbeitern für Bestürzung gesorgt. (APA/AFP)

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