"Albanischer Bodybuilder als Landeshauptmann unvorstellbar"

von Redaktion  |  04. Juni 2007, 20:23

Migrationsexperte Rainer Münz im derStandard.at-Chat

In Österreich mangle es an ImmigrantInnen in höheren Positionen – "wie zum Beispiel Arnold Schwarzenegger in den USA", meint Migrationsforscher Rainer Münz im derStandard.at-Chat. Das sei symptomatisch: "Etliche Österreicher sind stolz auf Arnold Schwarzenegger, aber niemand kann sich einen albanischen Bodybuilder bei uns als Landeshauptmann vorstellen."

Ähnlich ambivalent sieht Münz die in Österreich verbreitete Skepsis gegenüber Fremden: Einerseits bestehe Angst, andererseits kenne er keine ÖsterreicherInnen, "die sich im Ernstfall nicht doch von einer philippinischen Krankenschwester oder einer slowakischen Pflegerin betreuen ließen". Denn gerade in diesen Berufen mangelt infolge des anhaltenden Geburtenrückgangs es an ausreichendem Arbeitskräfte-Nachwuchs.
Österreich habe drei Möglichkeiten, um das schrumpfende Erwerbspotenzial auszugleichen: Entweder durch längeres Arbeiten, durch einen Verzicht auf Wohlstand, oder durch mehr Zuwanderung, meint der Migrationsforscher. Was die Integrationspolitik betrifft, könnten klassische Einwanderungsländer wie Kanada und Australien als Vorbild dienen: Wie dort sollten auch in Österreich Zuwanderer und Zuwanderinnen einen leichteren Zugang zur Staatsbürgerschaft erhalten und rascher legal hier arbeiten können. So beantwortet Münz auch die UserInnen-Frage, ob ImmigrantInnen in Österreich nicht hauptsächlich an Sozialleistungen interessiert wären, mit einem klaren Nein: "Die meisten Zuwanderer sind nicht in erster Linie an Sozialleistungen, sondern an einem Arbeitseinkommen interessiert", meint Münz. Dadurch, viele Zuwanderer keinen legalen Zugang zum Arbeitsmarkt haben, gelangten jedoch manche in eine "Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen". (red)
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