Amit Singhal: Das Mastermind hinter Googles Suchmaschine

8. Oktober 2007, 12:58
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Unternehmen gestattet erstmals einen kleinen Blick auf die Funktionsweise des eigenen Algorithmus - Mehr als 200 "Klassifizierer" und "Signale" sorgen für Ordnung

Er gehört zu den bestgehütesten - und wertvollsten - Geheimnissen in der IT-Branche: Der Algorithmus, der bei Google bestimmt, wie die Suchergebnisse sortiert werden.

Zentral

Dass das Unternehmen gar so spärlich mit Informationen zu diesem Thema umgeht, hat vor allem mit einem zu tun: Die Auslieferung von relevanten Ergebnissen steht noch immer im Zentrum des Geschäfts von Google. Jedes Mal, wenn BenutzerInnen nicht die erhofften relevanten Ergebnisse erhalten, wandern sie zu einem anderen Anbieter ab - und mit ihnen ein Stückchen des heiß begehrten Werbekuchens.

Wertvoll

Kein Wunder also, dass Google alleine für den Suchalgorithmus mehrere hundert EntwicklerInnen abgestellt hat und alles tut, dass diese nicht abwandern. Die Rolle des Chefentwicklers nimmt dabei Amit Singhal ein, der 39-jährige weiß genau, wie sehr sich die Erwartungshaltungen der BenutzerInnen mittlerweile verändert haben: "Die Suche hat sich in den letzten Jahren von einem 'Gib mir was ich getippt habe' zu einem 'Gib mir was ich will' gewandelt".

Funktion

Gegenüber der New York Times durfte Singhal nun erstmals zumindest ein paar kleine Details zur Funktionsweise der eigenen Suche verraten. So würde die Reihung der Suchergebnisse von rund 200 verschiedenen "Signalen" und "Klassifizierern" bestimmt, der oft zitierte PageRank sei gerade mal einer unter vielen.

Zeit

Besonders schwierig sei auch die Abwägung, wie man mit dem Faktor Zeit umgeht. Früher habe man schlicht ältere Ergebnisse höher bewertet als neue Seiten, die unter Umständen schnell wieder verschwinden. Dies habe aber zur Folge gehabt, dass man beim Start von Google Finance merken musste, dass das neue Service mit der eigenen Suchmaschine kaum aufspürbar war.

Aktuell

Auch werde Google von immer mehr Menschen zur Suche nach aktuellen Ereignissen und Nachrichten eingesetzt. Wenn es zum Beispiel einen Stromausfall in New York gibt, so brauche es rund 15 Minuten bis der erste Artikel in einer Online-Zeitung erscheint. Bei Google würden die BenutzerInnen schon wenige Sekunden später mit einer Suche beginnen.

Einteilung

Andere Klassifizierer versuchen herauszufinden, ob eine Suche einer Person, einem Produkt, einem Ort oder auch einem Unternehmen gilt. Ein anderer ist nur dafür zuständig, berühmte von weniger bekannten Personen zu unterscheiden. Zum Schluss geht dann noch ein weiterer Algorithmus über die Ergebnisse, der für eine gewisse Streuung des Ausgegebenen sorgen soll. Schließlich reduziert eine endlose Aneinanderreihung von Artikeln zu ein und dem selben Ereignis die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesuchte auch gleich auf den ersten Blick dabei ist. (red)

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