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Urwiener Wild-West-Phantastereien

4. Juni 2007, 13:41
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Theater, Musik und Film reflektieren ab 12. Juni bei "Imaginary Balkan", wie sich die Kultur des Balkans schon ins Wiener Stadtleben eingelassen hat

Es ist beachtlich, aber "der Balkan" spaltet immer noch Gemüter. Zumindest ein paar, der Wiener: Da hätten wir mal, grob gesagt, jene verirrte Rassisten-Fraktion, die alles Ungemach in Balkan-Argwohn verfrachtet. Andere schmücken sich im Umfeld von Balkanbürgern gerne mal mit der Etikette der "Toleranz" und halten dabei größtmögliche Distanz.

Beide Gruppen werden sich wohl von "Into the City"-Kurator Wolfgang Schlag provoziert fühlen, wenn er im derStandard.at-Interview meint: "Wien (... ist) eine Balkanmetropole und muss stolz darauf sein." Damit beschreibt er auch den Grundgedanken der Veranstaltungsreihe "Imaginary Balkan", die "Into the City" abschließt. Gleichfalls hat er festgehalten, dass sich die Kultur des Balkans schon längst ins Wiener Stadtleben eingelassen hat. Ab 12. Juni wird diesem Umstand reflektiert – mit Theater, genießerisch – mit Musik, retrospektiv – mit einer Filmnacht, und feierlich – mit einer großen Abschlussparty gefrönt.

Balkan-Klischees aus dem "Karl-May-Destillat"

In die Falle, den Balkan mit der eigenen Fantasie zu bespielen, ist auch schon Karl May getappt. Wer also nach einer umfassenden Sammlung nach Balkan-Klischees sucht, wird etwa in seinem Roman "In den Schluchten des Balkan" (1892) fündig werden. Die "wiener wortstaetten" waren für "Imaginary Balkan" so frei. Was also dieses Büro für frische, und vor allem unkonventionelle Theatertexte als "Karl-May-Destillat" bringt, verspricht eine humorvolle Abhandlung über mitteleuropäische Herablassungen gegenüber dem Balkan zu sein.

Das Stück haben die Masterminds der "wiener werkstaetten" Bernhard Studlar und Hans Escher für die Schauspieler Martin Müller-Reisinger und Heinz Weixelbraun konzipiert. Als Schauplatz für die beiden Theaterabende ab 12. Juni wurde das Restaurant Beograd gewählt. Wie passend.

"Balkan Party" auch nördlich von von Triest und Odessa

Im Anschluss trifft man sich jeweils im Schikaneder zur "Balkan Party". Am 14. Juni steigt mit "Fokus Balkan" eine Kurzfilmnacht (Schikaneder Kino), die neue Perspektiven junger Filmschaffender aus Südosteuropa präsentieren möchte. Gleich nachher gibt’s in der Bar natürlich wieder eine "Balkan-Party". Und weil man den Balkan nicht genug feiern kann, haben sich die Veranstalter für den 16. Juni (bei Schlechtwetter am 17.!) noch die "Imaginary Balkan Party" im Badeschiff ausgedacht. Von dort aus wird mit der belgischen Brassmusikband Va Fan Fahre und Cicala mvta aus Japan der gesamte Donaukanal um den Schwedenplatz erobert. Balkanesk, auch wenn beide Gruppierungen das entsprechende Gebiet nicht besser kennen, als die Wiener selbst: Aus Erzählungen. Fantastisches wird also gehörig zelebriert. Und um auch noch pedantische Geografen zufrieden zu stellen: Grundsätzlich erstreckt sich der Balkan südlich von Triest und Odessa. (red / 4.6.2007)

  • VIS – Vienna Independent Shorts zeigt "Fokus Balkan" (14.6. 21:00)
"Celuvkata - The Kiss" von Toma Waszarow, Bulgarien, 2005, 1 min
    foto: filmstill vis

    VIS – Vienna Independent Shorts zeigt "Fokus Balkan" (14.6. 21:00) "Celuvkata - The Kiss" von Toma Waszarow, Bulgarien, 2005, 1 min

  • Ausklang mit Balkanklängen aus Japan: Cicala mvta  (16.6.)
    foto: cicala mvta

    Ausklang mit Balkanklängen aus Japan: Cicala mvta (16.6.)

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