Tschechien will flächendeckende LKW-Maut einführen

10. Juli 2007, 13:35
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Die tschechische Regierung hat ihre Pläne hinsichtlich der LKW-Maut-Erweiterung geändert

Prag - Die tschechische Regierung hat ihre Pläne hinsichtlich der LKW-Maut-Erweiterung geändert. Ursprünglich hätten zu den rund 950 Kilometern der seit 1. Jänner 2007 mautpflichtigen Autobahnen und Schnellstraßen ab 1. Jänner 2008 auch die so genannten "Straßen 1. Klasse" hinzukommen sollen. Nun hat Verkehrsminister Ales Rebicek aber eine praktisch flächendeckende Mautpflicht für LKW ab 1. Jänner 2009 angekündigt.

"Würden wir die Maut nur auf den Straßen 1. Klasse einheben, bestünde die Gefahr, dass der LKW-Verkehr sich auf die Straßen der 2. und 3. Klasse verschiebt", erklärte Rebicek im tschechischen Fernsehen. "Die flächendeckende Maut wird also nicht nur mehr Geld einbringen, sondern auch die Verkehrsströme beeinflussen." Schon jetzt würden viele LKW die Autobahnen vermeiden.

Satelliten-Sysetm

Für diese Ausweitung der LKW-Maut will das Verkehrsministerium in Prag ein Satelliten-System einsetzen - im Unterschied zu den Autobahnen und Schnellstraßen, wo die Mikrowellen-Technik zum Einsatz kommt. Rebicek kündigte eine neue Ausschreibung an, wobei das ausführende Unternehmen bis Ende 2007 ausgewählt werden soll. Vorher soll jedoch eine Expertengruppe die wirtschaftlichen Aspekte der verschiedenen Systeme beurteilen und in zwei Monaten ihren Bericht vorlegen.

Kapsch beteiligt sich

Der österreichische Verkehrstelematik-Spezialist Kapsch TrafficCom, der das bereits bestehende Lkw-Mautsystem in Tschechien errichtet hat, will sich auch an der neuen Ausschreibung beteiligen. Die auf den Autobahnen und Schnellstraßen verwendete Mikrowellen-Technik sei ein offenes System und könnte mit anderen Systemen verbunden werden, sagte der Chef von Kapsch in Tschechien, Karel Feix. Sollte es eine Ausschreibung geben, werde Kapsch daran "bestimmt teilnehmen", so Feix.

Kapsch habe bereits einen Vertrag zur Ausweitung der Lkw-Maut auf Straßen 1. Klasse unterzeichnet, heißt es in den tschechischen Medien. Sollte nun ein anderer Bieter den Zuschlag erhalten, könnte Kapsch mit einer Entschädigung rechnen, heißt es. (APA)

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    foto: standard/urban
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