Bieterkampf um Austria Card

22. Juni 2007, 12:19
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Alle großen Kartenhersteller Europas sind an der Nationalbank-Tochter interessiert, unverbindliche Offerte werden bis Ende Juni entgegen genommen

Wien - Mindestens sechs Interessenten interessieren sich für die zum Verkauf stehende Nationalbank-Tochter Austria Card. Neben Siemens-Österreich und der Österreichischen Staatsdruckerei haben sich zahlreiche Interessenten aus dem Ausland gemeldet. Zu ihnen gehören die Kartenhersteller Gemalto (Niederlande), die Kudelski-Gruppe (Schweiz) und Oberthur (Frankreich) sowie die Firma Eva Schlüssel, berichtet das "WirtschaftsBlatt" (Montagausgabe).

Die unverbindliche Kaufangebote sollen bis Ende Juni abgegeben werden. Die Nationalbank erhofft sich einen Kaufpreis im zweistelligen Millionenbereich. Abgewickelt wird der Verkaufsprozess von der Raiffeisen Investmentbank (RIAG).

Verkauf umstritten

Der Verkauf ist laut "WirtschaftsBlatt" umstritten. Dem Vernehmen nach habe der Betriebsrat massive Bedenken geäußert. Es wird befürchtet, dass ein ausländischer Käufer nicht nur Arbeitsplätze abbauen, sondern auch den Standort schließen könnte. Einzig die österreichische Staatsdruckerei soll bisher eine Standortgarantie und einen weitgehende Arbeitsplatzsicherheit ausgesprochen haben.

Der Konkurrenzdruck unter den Kartenherstellern sei riesig, da es in Europa große Überkapazitäten gibt. "Es ist nicht auszuschließen, dass ein ausländischer Interessent sich einfach den Markt kauft und danach die Produktion in Österreich ausdünnt", heißt es laut dem Bericht.

Der Verkauf der Austria Card wurde mehrmals verschoben. Das Unternehmen hat turbulente Zeiten hinter sich. Im Vorjahr ist überraschend der langjährige Chef Friedrich Tupy ausgeschieden. (APA)

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    foto: austria card
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