Vermittler besorgt über EU-Richtlinie

29. Juli 2007, 19:13
posten

MiFID tritt im November in Kraft

Wien - Die Finanzdienstleistungsrichtlinie MiFID sorgt weiterhin für Aufregung. Ab 1. November tritt diese Richtlinie mit dem Ziel in Kraft , den europäischen Finanzmarkt zu vereinheitlichen und zu stärken. Zuvor muss die EU-Richtlinie in nationales Recht gegossen werden. Ein diesbezüglicher Gesetzesentwurf soll in den nächsten Wochen den Ministerrat passieren.

"Der Gesetzesentwurf für Österreich ist im Großen und Ganzen in Ordnung, hat aber noch einige Tücken", sagt Christian Winternitz von der Kanzlei Kraft & Winternitz. Vielen Finanzdienstleistern mache das zeitlich enge Korsett Sorgen. Winternitz: "Einige Verordnungen der Finanzmarktaufsicht (FMA) stehen noch aus." Daher sei etwa nicht klar, wie neue Formulare zu gestalten und die EDV entsprechend umzurüsten sei.

Neue Konzessionen Eng könnte es auch für die Vermögensverwalter, Anlageberater und Vermittler werden. Ihre Konzession erlischt per 31. 12. 2008 automatisch, sie müssen diese neu beantragen. "Das könnte das Aus für viele kleine Anbieter bedeuten", sagt Winternitz zum Standard. Auf die FMA komme viel Arbeit zu, da auf einen Schlag über 300 Konzessionen erneuert werden müssten.

In Summe könnte die Zeit sehr knapp werden, alle Punkte umzusetzen, die für die Harmonisierung und Vereinheitlichung des Gesetzesrahmens bis zum November nötig sind, fasst Winternitz zusammen.

Die MiFID-Richtlinie soll es ermöglichen, Wertpapierdienstleistungen in allen EU-Mitgliedstaaten in vergleichbarer Form nachfragen zu können. Auch der Wettbewerb unter den Anbietern von Wertpapierdienstleistungen soll durch MiFID angekurbelt werden, der Anlegerschutz soll verbessert werden. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 04.06.2007)

Share if you care.