Deutschland: Bis zu 46 neue Börsengänge

29. Juli 2007, 19:13
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Boomende Märkte sorgen für Gedränge

Frankfurt - Die Investmentbanken haben angesichts zahlreicher Börsengänge bis zum Beginn der Sommerpause Mitte Juli noch viel zu tun. Die milliardenschwere Emission des Pharma-Zulieferers Gerresheimer, der sich auf Werbetour bei Investoren befindet, steht vor dem Abschluss. Der erwartete Börsengang des Großmotorenherstellers Tognum könnte mit einem Volumen von mehr als zwei Milliarden Euro der größte seit dem der Post im Jahr 2000 sein. Auch der Kessel- und Güterwagenvermieter VTG oder die Softwarefirma InVision drängen aufs Börsenparkett.

Dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften zufolge haben bei 46 Unternehmen entsprechende Vorbereitungen begonnen.

Ideales Umfeld

Für die Vielzahl an Neuemissionen innerhalb weniger Wochen machen Experten vor allem den boomenden Aktienmarkt verantwortlich. "Wenn nicht jetzt, wann dann?", sagt Fondsmanager Karl Huber von Pioneer Investments. "Das Umfeld für Börsenkandidaten ist derzeit ideal." Er verweist auf den seit Monaten andauernden Höhenflug der Aktienkurse. Zudem hätten die Investoren immer noch reichlich Geld, das angelegt werden wolle, sagt Huber.

Ausländische Investoren zeigen verstärktes Interesse an den deutschen Börsenkandidaten. Allerdings müssten diese schon Aktien im Wert von mehreren hundert Millionen Euro ausgeben und damit eine hohe Handelbarkeit der Titel vorweisen, um auf das Radar ausländischer Interessenten zu kommen. Angesichts der Flut von Neuemissionen rät Fondsmanager Huber Anlegern, genau auf die Bewertung zu achten. "Man darf nicht dazu neigen, zu teuer zu kaufen", sagt Huber und empfiehlt einen Vergleich mit anderen Unternehmen. (Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 04.06.2007)

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