Klimawandel als neue Strategie an Europas Finanzmärkten

29. Juli 2007, 19:13
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Die europäischen Aktienmärkte haben sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt und einige Rekordstände verbucht. Die Chancen sind für Anleger aber noch nicht vorbei

Wien - In den vergangenen vier Jahren konnten Anleger an den europäischen Aktienmärkten sehr gute Renditen erwirtschaften. Steigende Unternehmensgewinne sowie die Fusions- und Übernahmeaktivitäten haben die Märkte auf Rekordhöhen getrieben.

"Der europäische Markt bietet eine riesige Auswahl", sagt James Squire, Fondsmanager bei Schroders Investment. Unter den vielen Unternehmen und Branchen seien einige führende internationale Unternehmen, die sich durch besonders hohe Qualität von der Menge abzeichnen. "Unternehmen mit starken Marktpositionen und soliden Wachstumschancen, etwa der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé oder der französische Luxusgüterhersteller LVMH, profitieren dank ihres vielschichtigen Angebots von dem Wachstum in allen Teilen der Welt", sagt Squire. Neben Europa und den USA verzeichnen immer mehr Unternehmen auch ein großes Umsatzwachstum in den Schwellenländern Asiens durch die dort entstehenden Mittelschichten.

Ein weiteres Faktum, das für europäische Unternehmen im Portfolio spreche, sei, dass die Politik sich kaum noch auf die Aktien auswirke. Von einem Großteil der Unternehmen habe sich der Staat als Eigentümer zurückgezogen und damit den Einfluss am Markt verloren.

Bei der Auswahl von europäischen Unternehmen für das Portfolio achtet Squire daher vor allem auf die so genannten Fundamentaldaten. "Wir fragen uns: Wie stark ist die Marke, wie gesund die Bilanz? Welche Barrieren stehen dem Markteintritt eines Unternehmens entgegen?", erklärt der Fondsmanager. Ein Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten, das gute Ergebnisse erwirtschafte, sei auch viel unabhängiger von der politischen Szene.

Zusätzlich prägen Fusionen und Übernahmen die europäischen Märkte. Eine Überhitzung erwartet Squire nicht, denn "es gibt Liquidität im Überfluss". Zusätzlich seien Private-Equity-Unternehmen "heute wohl größer und waghalsiger als je zuvor". Sie würden zum Standardkäufer für Unternehmen, an denen die Handelskäufer vorbeigingen. Daher dürften Fusionen und Übernahmen die Märkte auch in absehbarer Zukunft noch weiter stützen.

Eine hohe Gewinnchance schreibt Squire auch jenen Unternehmen zu, die sich mit dem Klimawandel beschäftigen. Die Europäische Union hat erklärt, das Problem des Klimawandels anzugehen. Damit werde das Thema auch Anleger länger beschäftigen. Die Abhängigkeit, etwa bei Energie, von weniger stabilen Ländern wie Russland stärke den politischen Willen, andere Energieformen zu fördern. Squire: "Für Anleger ist das eine große Chance." (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 04.06.2007)

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    Alternative Energie- quellen werden durch die Diskussion um den Klimawandel auch politisch gefördert. Für Anleger sollten sich dadurch auch neue Chancen ergeben.

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