
Seine Wahl ohne weibliche Konkurrenz "beunruhigt" Bischof Bünker.
STANDARD: Sie sind bekennender Fantasy-Fan. Sehen Sie Parallelen zwischen Perry Rhodan und Martin Luther?
Bünker (lacht): Im Entdecken neuer Welten gibt es sicher Gemeinsamkeiten. Obwohl man sagen muss, dass Luther auf die Entdeckungen seines Zeitalters überhaupt nicht eingeht. Er hat aber dafür eine andere neue Welt entdeckt, nämlich die der Mündigkeit des Einzelnen. Gepaart mit einer unantastbaren Würde. Das gilt sicher auch für die Helden von Perry Rhodan.
STANDARD: Sie haben sich für eine "offene und reformbereite" Kirche ausgesprochen. Wo orten Sie einen Reformbedarf?
Bünker: Die Kirche ist immer zu reformieren. Konkreten Reformbedarf bei uns sehe ich, dass wir einen größeren, mutigen Schritt nach außen tun müssen.
STANDARD: Ist nicht letztlich der Schritt nach außen eine Reaktion auf den Gläubigen-Schwund?
Bünker: Natürlich waren wir wie viele andere Kirchen auch in den letzten Jahrzehnten gewöhnt, dass der Nachwuchs wie von selber kommt. Heute stehen wir vor dem Problem, dass es aus gesellschaftlichen Gründen diese Automatik nicht mehr gibt. Dennoch hat der Glaube heute eine große gesellschaftliche Relevanz. Wir bewegen uns auf die Weltrisikogesellschaft zu und für den Einzelnen wird die Unsicherheit größer. Kirche vermittelt da die Botschaft einer letzten Gewissheit.
STANDARD: Sie haben sich als "politischer Bischof" deklariert. Wie politisch darf Kirche sein?
Bünker: Es geht nicht darum, wie politisch darf, sondern wie politisch muss Kirche in grundsätzlichen Fragen der Politik sein. Die Kirche darf bei Entwicklungen in einer Gesellschaft, die ihren Grundwerten zuwiderlaufen, nicht schweigen. Die Kirche muss stets eine mahnende Stimme sein.
STANDARD: Wenig Positives können Sie etwa der aktuellen Zuwanderungspolitik abgewinnen. Wo liegen da konkret die Probleme?
Bünker: Es ist erschreckend, wie bürokratisch und abweisend sich Österreich international präsentiert. Das ist eine schmerzliche Sache. Die Asylverfahren sind viel zu lange und durch die Verschärfung der Gesetze ist viel zu schnell die Schubhaft bei der Hand. Österreich braucht eine geordnete Zuwanderung, was wir derzeit haben, ist eine undifferenzierte Abweisung und Abschiebung. Da muss rasch eine ganz grundlegende Korrektur passieren.
STANDARD: Sie gelten als Mann der scharfen Töne und streitbarer Geist. Wird Ihnen die Umstellung hin zu bischöflicher Sanftmut schwer fallen?
Bünker: Es kann gerne auch weiterhin eine gewisse Kantigkeit geben und ich habe keine Scheu vor Konflikten. Das ist auch evangelisches Profil. Auch wenn es für Österreich als Land der Harmonie manchmal ungewöhnlich wirkt.
STANDARD: Sie treten sehr vehement für eine völlige rechtliche Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften ein. Welche Akzente werden Sie da als Bischof setzten?
Bünker: Für eine öffentliche Segnung oder eine Art Trauung gibt es in der evangelisch-lutherischen Kirche derzeit keinen Konsens. Allerdings treten wir schon seit Längerem dafür ein, dass es nicht hinzunehmen ist, dass Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung bei sozialen und politischen Rechten nicht gleichgestellt sein sollen.
STANDARD: Erstaunlicherweise haben sich alle vier nominierten Bischofs-Kandidatinnen am 1. Juni nicht der Wahl gestellt. Hat die evangelische Kirche ein Frauenproblem?
Bünker: Wenn fast die Hälfte der Nominierten Frauen sind, letztlich aber keine kandidiert, ist das ein Zustand, der uns sicher beunruhigen sollte. Das formale Zulassen scheint offensichtlich nicht zu genügen und es wird wohl eine ganz bewusste Frauenförderung in der evangelischen Kirche brauchen. (DER STANDARD, Printausgabe, 4. Juni 2007)
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der Judenhasser Luther als Emanzipationsfigur... brüll!!!
"Von den Juden und ihren Lügen" 1542 von Luther geschrieben...
Hej Bischof, das ist der Luther der Fantasy-Welt... Ausrottung, Niederbrennen...Verbote...
"Würde"& "Mündigkeit"... Luther... what a fantasy!
na "Standard" bevor Sie das zensieren, würde ich mal das Buch von Luther zur Hand nehmen...
Luther seinerzeit hat sicher in bester haiderscher manier volkes maul wiedergegeben. er hätte nicht den funken einer chance gehabt, wäre die damals alleinseligmachende christliche kirche nicht noch grauslicher mit den menschen umgegangen (Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt). wenn sie heute die kolonialmächte ob ihres umganges mit den völkern kritisieren bekommen sie zur antwort, so war eben der zeitgeist. Lernen wir daraus. ihre spotttiraden stellen sie ja noch weit unter die von mir kritisierte "unsymphatische-piefke-in-reinkultur"-pfarrerin. Wobei Piefke sich im engeren Sinn auf Preußen bezieht und nicht alle Wiener Mundls sind.
im grunde hat er - aus historischer sicht - recht. luther hatte nachweislich menschenverachtende ansichten. seine haltung in der bauernfrage spricht bände. zu den juden war seine haltung zweispältig, zuletzt sehr aggressiv - vgl. seinen 7 pkt. es ging ihm zwar vordergründig um ihre tötung, aber um um ihre unterdrückung und vertreibung.luther war auch hexenjäger und forderte ihre tötung. auch trat er für die ketzerverbrennung ein - trotz seines grundsatzes.
"Luther seinerzeit hat sicher in bester haiderscher manier volkes maul wiedergegeben. er hätte nicht den funken einer chance gehabt..."
und deswegen ruft man dann zum Mord an Juden auf, zum Verbrennen der Synagogen...um "volkes maul wieder" (zu)geben... die Brunnenvergifter/Ritualmordsagen sind also Geschichte, nicht nur Geschichten...
Fühlen Sie sich "gut" wenn die Nachbarn in den Bäumen hängen... & nicht mehr nur aus dem Fenster schauen...??
Religion die Massenmord oder den Aufruf dazu benötigt... wirklich "ein Seelenheil"...
Preussen wurde mit Alliiertenbeschluss 1947 aufgelösst...
Wiener Mundl mit "Schnurbart"? das ist frech nicht?
die Begriffreihe Belladonna = Judenkirsche = Tollkirsche war mir unbekannt, aber das glauben SIE mir ja sowieso nicht, Yahoo brachte Aufklärung und eine mir unbekannte Welt von Hexen und Dämonen.
Kupferdiacetat, auch giftig, dürfte da ganz gut hinzupassen.
Über den Rest wollen wir lieber schweigen, alle Religionen wurden von Menschen erschaffen und da fast alle überzeugt sind einen sowieso allmächtigen Gott noch verteidigen zu müssen, kommen halt Krämpfe heraus.
Auch der jüdische Gott war (ist?) ja nur zu den Juden gut und wenn sich einer fehlverhalten hat, wurde immer gleich das ganze Volk bestraft, wenn sie brav waren, bisweilen die Nachbarn. Das war jetzt ein bisserl vereinfacht, aber Sie haben sicher die alte Literatur zu hause.
die neue linie der ev. kirche ist garantiert noch schlechter, nach ca 35 Beitragsjahren habe ich wegen eines längeren Auslandsaufenthaltes zu spät den Kirchenbeitrag bezahlt, mich zugleich höflichst entschuldigt. Statt keiner oder einer bescheidenen Antwort bekam ich von unserer Piefkepfarrerin einen unwirschen Rüffel. Bin am nächsten Tag ausgetreten, muss ihr sehr recht gewesen sein, denn es gab keinen weiteren Kontakt. Wo sind nur die alten Pfarrer geblieben, die noch Menschen waren. Heute gibt's nur mehr Vermögen verwaltende Aparatschiks.
stimmt, wenn man sich luthers aussprüche so durchliest kann man eigentlich nur austreten, gilt für die anderen religionsvereine detto.
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geb zu, war ein taufscheinchrist, blieb aus sentimentalen gründen, weil unser alter pfarrer ausgesprochen nett war und bisweilen helfen heutzutage christliche organisationen doch etwas, ob aus nächstenliebe oder berechnung sei dahingestellt, hauptsache sie helfen überhaupt.
es muss nicht unbedingt kirchengeschichte sein (was aber sehr zu empfehlen ist, als weiteres beispiel diene franz von assisi, ein ganz schönes früchtchen, war gar nicht lieb gewesen), es genügt auch AT und NT tatsächlich in einem durchzulesen. auch wenn man/frau sich dann gar nicht mehr auskennt und sich über die existenz des konstruktes kirche nur mehr wundern kann.
Interesssant, dass der neue Bischof die Zeichen der Bedrohung für die christlichen Kirchen nicht erkennt oder nicht erkennen will.
Die evangelische Kirche hat schon heute weniger Mitglieder als es Muslime in Österreich gibt.
Ob es da der richtige Weg ist, die Kirchengemeinschaft zielgerichtet für Homosexuelle Partnerschaften zu öffen, ist doch fraglich. So weit mir bekannt ist, haben Homosexuelle meistens keine direkten Nachkommen - die Muslime schon....
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